"Belgische Schokolade" soll geschützt werden

Belgiens Wirtschafts- und Verbraucherschutz-Minister Johan Vande Lanotte (SP.A) sucht nach Wegen, den Markennamen „Belgische Schokolade“ registrieren zu lassen und damit vor Missbrauch zu schützen. In Sachen Schokolade haben Belgien und die Schweiz die gleichen Probleme.

Nach Ansicht der belgischen Schokoladenhersteller fügt die allgemein genutzte Bezeichnung „Belgische Schokolade“ dem eigentlichen Sektor Schaden zu, denn leider ist bei weitem nicht überall belgische Schokolade drin, wo „Belgische Schokolade“ draufsteht.

Wirtschafts- und Verbraucherschutz-Minister Johan Vande Lanotte (SP.A - kleines Foto) und Choprabisco, der Verband der belgischen Schokoladeanbieter sind der Ansicht, dass dieser traditionsreiche Sektor einer der wichtigsten Pfeiler der hiesigen Lebensmittelindustrie.

Der Export von Schokoladeprodukten aus Belgien steigt seit rund 10 Jahren. Zum Beispiel wurden 2011 in diesem Bereich Produkte im Wert von 4,3 Milliarden € umgesetzt. Rund die Hälfte davon ging in den Export. Nicht zuletzt arbeiten rund 6.400 Beschäftigte in diesem Sektor in unserem Land. Mehr als 200 Unternehmen arbeiten in diesem Bereich und rund 2.000 Fachgeschäfte, die teilweise markengebunden sind, bieten hierzulande Schokolade und Pralinen in allen Geschmacksrichtungen, Formen und Farben an.

Vande Lanotte sucht nach Wegen, die Marke „Belgische Schokolade“ schützen zu lassen. Das könnte auf Ebene von Ursprungsbestimmungen geschehen, aber auch auf geographischer Ebene und in Form von kollektivem Markenschutz. Daneben will der Wirtschafts- und Verbraucherschutzminister auch prüfen, inwiefern EU-Verordnungen in der Frage von Qualitätsbestimmungen von landwirtschaftlichen Produkten greifen können.

Alle Bereiche schützen

Die belgischen Chocolatiers wollen in ihren Schutzforderungen weit gehen und nicht nur die Markenbezeichnung „Belgische Schokolade“ schützen lassen. Auch Begriffe, wie „nach belgischen Rezept“ oder „nach belgischer Art“ sollen nicht mehr einfach so im Ausland geschützt werden können. Ohne die Hilfe der Hersteller ist der Minister aber fast machtlos.

Der Fachverband muss ein entsprechendes Dossier einreichen. Hier muss die Verbindung zwischen dem geographischen Gebiet, der Qualität der Produkte und deren „Ruhm“ gelegt werden, so Vande Lanotte.

Die Schweiz ist in dieser Hinsicht etwas weiter als Belgien. Trotz drohender Konkurrenz oder drohendem Missbrauch durch die neuen Exportnationen in den Schwellenländern ist die Marke „Belgische Schokolade“ und ihre Derivate noch völlig ungeschützt.

Die Schweizer haben bereits ihre weltberühmte Milchschokolade bei der Europäischen Union, in den USA und in Kanada schützen lassen und zwar markentechnisch mit den Zusätzen „Schweiz“ und „Schweizer“.