Neu ab 1. April: Billige Pillen, teurer Pass

Auch an diesem 1. April verändern sich in Belgien wieder einige Gesetze und Regelungen. So werden viele Medikamente - mehr als die Hälfte der hier angebotenen Produkte - günstiger. Auf der anderen Seite werden die Gebühren für das Ausstellen von neuen elektronischen Ausweisen deutlich angehoben.

Ab dem Stichtag 1. April - und das ist kein Aprilscherz - werden in Belgien mehr als die Hälfte aller angebotenen Medikamente billiger.

Diese allgemeine Preissenkung ist eine Initiative der belgischen Bundesregierung, die auch damit Gesundheit für alle zugänglicher und bezahlbarer gestalten will.

Neben Medikamenten, wie Verhütungsmittel, einige Arten Antibiotika, Arzneimitteln gegen zu hohen Cholesterin oder bestimmten Impfstoffen werden auch Behandlungen und Mittel bei chronischen Krankheiten wie Diabetes günstiger.

Die Regierung hatte den Pharmaherstellern und -anbietern diese Preissenkung auferlegt.

Es ist ein Nehmen und Geben

Der belgische Staat, bzw. die Regierung, machen aber den Bürgern nicht nur Geschenke. Wer einen neuen elektronischen Ausweis benötigt, der muss in Zukunft tiefer in die Tasche greifen, denn die Gebühren werden deutlich angehoben. Für die normale Ausweiskarte für Erwachsene muss jetzt eine Ausstell-Gebühr von 15 € entrichtet werden, was einem Anstieg um 3 € entspricht. Für einen Kinderausweis, die so genannte kids-ID, verdoppelt sich die Gebühr von 3 auf 6 €.

Im belgischen Bundesland Flandern ermöglichen die Steuerbehörden über das Onlineportal Zoomit ein kostenloses Ausfüllen von Rechnungen und Formularen. Auch der Fiskus auf Landesebene wird damit moderner.

Gute Nachrichten liegen auch für Beschäftigte im Bereich Zeitarbeit in Belgien vor. An diesem 1. April tritt das neue Gesetz für Zeitarbeit in Kraft, das Arbeitgebern erleichtert, Zeitarbeitskräfte nach einer bestimmten Beschäftigungsdauer einen festen Arbeitsvertrag zu geben. Daneben schränkt das Bundesarbeitsministerium die Zahl der möglichen Tagesverträge drastisch ein.

Schonzeit für Bäume und Sträucher

Ab dem Stichtag 1. April gilt auch die Schonzeit für Bäume und Sträucher. Besitzer und Nutzer von Waldgebieten oder von baumreichen Gartenanlegen oder Parks dürfen ab sofort und für die Dauer von drei Monaten keine Bäume mehr fällen oder Äste absägen.

Jetzt beginnt bei vielen heimischen Vogelarten die Brutzeit und die Behörden schützen diese Periode mit gesetzlicher Wirkung. Wer während des frostigen Monats März also seine Gewächse nicht geschnitten hat, der muss jetzt bis zum Sommeranfang warten.