"Präsident Auschwitz-Stiftung, Beispiel an Menschlichkeit"

Belgiens Premier Elio Di Rupo huldigte am Dienstag den am vergangenen Samstag verstorbenen Paul Halter, den Präsidenten der Auschwitz-Stiftung. Paul Halter wurde 92 Jahre alt.

"Paul Halter war eine Person außergewöhnlicher Menschlichkeit. Nachdem er die Grauen des Nazi-Regimes am eigenen Leib erfahren musste, widmete er sein Leben der Aufklärung seiner Mitmenschen. Respekt, Toleranz und umsichtige Demokratie waren feste Bestandteile seines Lebens", betonte der belgische Regierungschef in einer Pressemitteilung.

Die beiden Männer hatten sich mehrmals in der Vergangenheit getroffen, das letzte Mal 2012 in Auschwitz. Sie hatten rund tausend belgische Jugendliche dorthin begleitet. Die meisten unter ihnen wollten das Ausmaß an Unmenschlichkeit der Nazis versuchen, zu erfassen.

"Sein Zeugnis und seine Gedanken hatten einen großen Einfluss auf diese Jugendlichen. Sie werden niemals vergessen, dass die Demokratie und die wirkliche Freiheit unaufhörlich verteidigt werden müssen und dass jeder den anderen zu respektieren hat, um zu vermeiden, dass ihm eines Tages selbst der Respekt und die Würde genommen oder diese mit Füßen getreten werden. Paul Halter, der Auschwitz überlebt hat, ein Mann des Fortschritts und der Freiheit, hat lange Zeit unsere Aktionen weiter inspiriert", so Di Rupo noch.

Als ehemaliger Widerstandskämpfer und jüdischer Deportierter setzte sich Paul Halter sein ganzes Leben für die Opfer ein und dafür, dass dieses Stück Geschichte, die Verbrechen und der Genozid durch die Nazis nicht in Vergessenheit geraten.

Vor diesem Hintergrund hatte er auch an der Gründung der belgischen Freunde der ehemaligen politischen Gefangenen von Auschwitz-Birkenau (l'Amicale Belge des Ex-Prisonniers Politiques d'Auschwitz-Birkenau) teil. Er wurde in den 70er Jahren Präsident der Vereinigung. Diese stand wiederum an der Wiege der Gründung der Auschwitz Stiftung 1980.