Paläontologen graben prähistorisches Walskelett aus

Paläontologen des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften (KBIN) arbeiten derzeit intensiv an der Rekonstruktion des Skelettes eines prähistorischen Walfisches – womöglich ein Urahn des Grönlandwals. Dieses Skelett wurde unlängst bei Baggerarbeiten an der Erweiterung des Deurganck-Docks im Antwerpener Havens entdeckt.

Im Februar 2013 wurde bei Ausbaggerungsarbeiten am Deurganck-Dock in Doel im Hafen von Antwerpen eine große Menge an Tierknochen entdeckt. Die Fossilien lagen in 11 Metern Tiefe unter einer dicken Schicht Muscheln.

Schnell wurde deutlich, dass es sich bei dem Fund um die Überreste eines Walfisches handelte, der vor 3 bis 4 Millionen Jahren die Ozeane durchschwamm. Erste wissenschaftliche Untersuchungen erwiesen, dass es sich bei dem Tier um einen Vorläufer der Familie der Grönlandwale handeln musste.

Neben den Walfossilien fanden die Paläontologen aber auch die Reste eines Urdelfins, die Zähne eines Hais und Oberschenkenknochen eines Urvogels - Funde, die Rückschlüsse auf das damalige Ökosystem in der Region zulassen. Zudem sind die Skelette dieser Art Wal - ein von der Wissenschaft so genannter „Echter Wal“ - weltweit äußerst selten. Bisher konnten lediglich Teile solcher Skelette ausgegraben werden.

Die Fossilien werden von Paläontologen des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften (KBIN) in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Abteilung Maritimer Zugang der flämischen Landesregierung ausgegraben und an einen sicheren Ort gebracht, wo man sie reinigt und wo man versucht, das Skelett und die anderen Funden zusammenzusetzen.