Belgier will Sohn aus Syrien herausholen

Dimitri Bontinck (Skype-Foto), der Vater des in Syrien an der Seite von islamistischen Rebellen kämpfenden flämischen Jugendlichen Jejoen, will seinen Sohn von dort zurückholen. Bontinck will in Begleitung von zwei Journalisten von der Türkei aus nach Syrien einreisen. Er ist nach eigenen Angaben auf alles vorbereitet.

Der 18jährige flämische Jugendliche Jejoen Bontinck hatte im Februar 2013 seine Familie unter einem Vorwand verlassen und war mit einigen anderen jungen Männern nach Syrien gezogen, um dort gemeinsam mit anderen zum Islam konvertierten Europäern an der Seite von Extremisten gegen das Assad-Regime zu kämpfen. Inzwischen haben mutmaßlich zwei Jugendliche aus Belgien bei den Kämpfen ihr Leben verloren.

Dimitri Bontinck, der Vater von Jejoen, will jetzt seinen Sohn aus Syrien herausholen und begibt sich jetzt von der Türkei aus in das Bürgerkriegsland. Er wird begleitet von einem Journalisten der flämischen Tageszeitung De Standaard und von einem mexikanischen Pressefotografen. Beide sind erfahrene Kriegsberichterstatter und waren in den vergangenen beiden Jahren schon einige Male in Syrien.

Mitte März hatte die Familie Jejoens offenbar zum letzten Mal telefonischen Kontakt zu ihrem Sohn. Damals gab er an, sich nicht mehr wohl zu fühlen und von dort weg zu wollen. Sein Vater sagte am Samstagmittag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion über Skype, dass er sich den Gefahren seines Unternehmens bewusst sei: „Wir sind auf alles vorbereitet“.

Sharia4Belgium

Dimitri Bontinck behauptet, dass sein Sohn von Salafisten aus Belgien missbraucht werde und dass man ihn zum Islam habe konvertierten lassen, weil man in unserem Land dringend Kämpfer für den Heiligen Krieg suche und rekrutiere.

Er und seine Familie hätten nicht gewusst, dass ihr Sohn zum Islam konvertiert sei und sich salafistischen Kreisen angeschlossen hatte. Sie entdeckten das erst, als sie ihn in den TV-Nachrichten auf Bilder an der Seite des Sharia4Belgium-Sprechers Fouad Belkacem sahen.

Beklacem hat übrigens gegen Dimitri Bontinck Anzeige wegen Rufmords erstattet, denn er gibt an, nichts mit den Vorgängen um Jejoen zu tun zu haben.