"Logisch, dass Sparer zur Bankenrettung beitragen"

Belgiens Finanzminister Koen Geens (CD&V - Foto), Michel Vermaerke vom belgischen Finanzverband Febelfin und Karel Van Eetvelt, der Vorsitzende des Mittelstandsverbandes Unizo in Brüssel und Flandern sind einer Meinung und können EU-Währungskommissar Olli Rehn nur zustimmen, wenn dieser die großen Sparer an der Bankenrettung in Krisenzeiten beteiligen will.

Olli Rehn (Foto, der finnische EU-Währungskommissar, hatte am Samstag in einer TV-Sendung seines Landes gesagt, dass Sparer und Anleger mit einem Kapital von mehr als 100.000 € in Zukunft durchaus in die Verantwortung genommen werden können, wenn es um die Rettung einer Bank geht.

Ähnliches hatte der Vorsitzende der Eurogruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem auch bereits angedeutet, wurde aber seinerzeit scharf angegriffen. Doch die Aussagen Rehns stoßen bei weitem nicht überall auf Ablehnung.Die eingangs genannten Personen zum Beispiel halten ein solches Vorhaben für logisch und sprechen sich nicht dagegen aus. Und doch stößt Rehns Plan auch hier nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Volkswirt Paul De Grauwe (Foto), Professor für internationale Wirtschaft an der Universität Löwen (KUL) und an der London School of Economics, hält die jüngsten Aussagen des EU-Währungskommissars schlicht und einfach für dumm:

„Mit seinen Maßnahmen stößt er die gesamte Wirtschaft in den Abgrund. Überdies löst so etwas weitere Bankenkrisen aus.“. Laut De Grauwe wird so das Vertrauen in die Banken weiter gestört. Dass Zypern in ein solches System gedrängt wurde, nur um Geld der EU zu bekommen, versetzte die Sparer in der Eurozone in Unruhe.

Belgiens Finanzminister und Vertreter aus Wirtschaft und dem Banksystem in unserem Land halten die Vorgehensweise Rehns für logisch, denn andernfalls werde einmal mehr der Steuerzahler herangezogen. Finanzminister Geens erinnerte dabei an das Debakel bei Dexia.