Kim De Gelder geht nicht in Berufung

Weder Baby-Mörder Kim De Gelder selber, noch sein Anwalt gehen das am 22. März ergangene Urteil Lebenslang wegen vier Morden und 23 Mordversuchen in Berufung. De Gelder hatte bis Mitternacht Zeit, selbst Berufung einzulegen, nach dem sein Anwalt diesen Schritt nicht vollzogen hatte.
Nicolas Maeterlinck

Kim De Gelder kann jetzt frühestens in 11 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen. Kurz vor seinem Prozess wurde ein Gesetz angepasst, das zu zwischen 30 Jahren und lebenslanger Haft Verurteilten die Möglichkeit gab, nach Verbüßung von 10 Jahren einen solchen Antrag zu stellen. Dies ist jetzt erst nach frühestens 15 Jahren der Fall. Da Kim De Gelder vier Jahre lang in Untersuchungshaft saß, kann er diesen Antrag also nach 11 Jahren stellen.

Dessen Anwalt Jaak Haentjens ist der Ansicht, dass sein Klient vielleicht keinen fairen Prozess gehabt hat, weil dessen Geisteszustand nicht korrekt beurteilt werden konnte. Im Vorfeld des Prozesses und auch im Zeugenstand gaben Fachleute gegensätzliche Gutachten zu De Gelders Geisteszustand ab, doch die Richter und die Geschworenen waren der Ansicht, dass der mehrfache Mörder zur Tatzeit voll zurechnungsfähig war.

Kim De Gelder hatte am 23. Januar 2009 ein Blutbad in einer Kinderkrippe in Dendermonde angerichtet. Dabei kamen zwei Babys und eine Betreuerin durch Messerstiche ums Leben. 23 weitere Personen, darunter ebenfalls Kleinkinder, wurden verletzt. Kurz zuvor hatte er eine betagte Dame in ihrem Haus umgebracht. De Gelder wollte sich nach eigenen Angaben an der Gesellschaft rächen, die ihn niemals angenommen habe.