Belgische Syrien-Kämpfer sorgen für Gesprächsstoff

Der Umgang mit den aus Belgien stammenden Freiheitskämpfern in Syrien, die für islamistische Rebellengruppen aktiv sind, sorgt in Belgien für Diskussionen. Verschiedene Gesprächsrunden auf politischer Ebene haben das Thema ebenso auf der Tagesordnung, wie auch die Moslems selbst im Land.
AP2013

Bürgermeister Hans Bonte (SP.A - Foto) aus Vilvoorde im Norden von Brüssel hat eine Idee, wie man die jungen Leute, die auch in seiner Stadt für den Kampf in Syrien rekrutiert worden, an der Ausreise, bzw. an der Wiedereinreise hindern könne:

Man müsse ihnen schlicht und einfach die Ausweispapiere abnehmen. Dies will Bonte am Donnerstagabend bei einem Treffen mit den ebenfalls betroffenen Bürgermeistern von Antwerpen, Bart De Wever (N-VA) und Bart Somers (Open VLD) und einigen Kollegen aus den Niederlanden - denn auch da liegen Probleme von radikalisierten jungen Moslemrebellen vor - vorschlagen.

Doch in den Augen von Brahim Laytouss (Foto), dem Imam von Gent, ist dies eine zu einfache und überholte Maßnahme, um das Phänomen der Radikalisierung von moslemischen Jugendlichen im Land in den Griff zu bekommen.

Laytouss warnt davor, denn die jungen Leute seien erfinderisch genug, sich neue Papiere zu besorgen. Einigen von ihnen wurden die Pässe von deren Eltern abgenommen. Doch sie gingen zum Einwohnermeldeamt ihrer Stadt und gaben an, ihnen seien die Papiere gestohlen worden. Kurz nach Erhalt neuer Papiere hätten sie sich trotzdem auf den Weg nach Syrien begeben.

"Bleibt doch zu Hause"

Einer dieser islamischen Geistlichen, der aus Syriens stammende Islamist Scheich Bassam Ayachi aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, fällt allerdings völlig aus dem Rahmen. Dieser Imam rät den Jugendlichen ebenfalls, zu Hause zu bleiben: „Wir haben keine ausländischen Kämpfer nötig. Die Amateure sind eher eine Last. Wir haben ausreichend syrische Kämpfer, etwa 200.000.“

Ayachi sagte gegenüber der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure, dass man 10 echte Kämpfer brauche, um einen dieser Amateure vor dem Tod zu bewahren: „Wer wagt es, jungen unschuldigen Belgiern, die mit Fritten und Mayonaise großgezogen wurden, vorzuschlagen, nach Syrien zu gehen? Das ist eine Belastung für das syrische Volk.“ Scheich Bassam Ayachi machte auch deutlich, dass er keine Kämpfer aus Belgien für Syrien rekrutiere.

BELGA/MAETERLINCK