Börse nimmt Alfacam-Aktien aus dem Handel

Die Brüsseler Börse Euronext hat den Handel mit Anteilen des Medienunternehmens Alfacam ausgesetzt. Alfacam befindet sich seit einiger Zeit in finanzieller Schieflage und sucht einen Übernahmekandidaten. So lange Undeutlichkeit besteht, werden die Alfacam-Aktien nicht mehr gehandelt.
BELGA/WAEM

Alfacam ist ein Medienunternehmen, das 1985 in Lint in der Provinz Antwerpen gegründet wurde. Das Unternehmen fuhr mehrgleisig und unterhielt u.a. einen eigenen flämischen TV-Sender, Exqi. Doch dieser Sender fand kaum Zuschauer. International wurde Alfacam durch die technische Umsetzung weltweiter Ausstrahlungen von Großveranstaltungen, wie Fußball-Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen oder dem Neujahrskonzert aus Wien bekannt.

Doch seit einiger Zeit steht das Unternehmen vor enormen finanziellen Problemen und die Banken haben den Geldhahn zugedreht. Noch ist das Unternehmen gesetzlich gegen seine Gläubiger geschützt, doch dieser Gläubigerschutz verfällt am 5. Mai. Verhandlungen mit einem Übernahmekandidaten, der Mediengruppe Hinduja aus Indien, die in Antwerpen eine Art europäisches „Bollywood“ auf die Beine stellen wollte, gestalteten sich schwierig und langatmig und wurden am Donnerstag offiziell abgebrochen.

Alfacam ist zu 44,34 % in Händen des Gründers Gabriël Fehervari (Foto) und dessen Gattin. Doch auch das Fehervari-eigene Unternehmen Sigmacam hält Aktien. Weiter ist auch die ING-Gruppe an Alfacam beteiligt und auch die Private Equity und Risikokapital-Gesellschaft Gimv. Das belgische Bundesland Flandern steht mit einer Garantie über rund 16 Mio. € für Alfacam gerade. Geht das Unternehmen in Konkurs, muss also einmal mehr der flämische Steuerzahlern für einen Teil der Verluste herhalten.