Umstritten: Diätberater werben für Zucker

Der Flämische Verband der Lebensmittel- und Diätberater (VBVD) hat eine Kampagne für den Konsum von Zucker auf den Weg gebracht. Diese Werbekampagne wird vom Softdrink-Giganten Coca Cola finanziert. Nach Ansicht der Werbeanzeigen gehört Zucker zum gesunden Lebensmittelschema, ist also kein Gift. Der Hohe Gesundheitsrat stellt sich Fragen dabei.

Der Flämische Verband der Lebensmittel- und Diätberater verweist in seiner Werbekampagne für den Konsum von Zucker im Rahmen eines gesunden Nahrungsmittelschemas auf eine Empfehlung des Hohen Gesundheitsrats in Belgien, doch hier ist man mit dem Inhalt der Nachricht nicht einverstanden, denn dies lasse vermuten, dass der Rat für Zucker werbe.

Auch die Tatsache, dass ausgerechnet der Softdrink-Gigant Coca Cola die Kampagne des Diätverbandes finanziert, stößt auf Misstrauen. Diätberater Patrick Mullie, ehemaliger VBVD-Direktor und heute Dozent an der Freien Universität Brüssel (VUB). Er gab am Donnerstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion zu erkennen, dass er die Kampagne für überflüssig hält:

„Die Belgier nehmen etwa doppelt so viel Zucker zu sich, wie man eigentlich darf, also finde ich diese Kampagne total überflüssig. Ich frage mich auch, was das Ziel dieser Kampagne ist: Die Leute dazu anzuregen, noch mehr Zucker zu sich zu nehmen, ist rundweg lächerlich.

Ich habe nichts gegen Coca Cola. Das ist ein Unternehmen, das seine Arbeit macht, aber die Verbindung ist eine Allianz, die eigentlich gefährlich ist und die sich emotional schlecht anfühlt. Ein Diätberater sollte als unparteiischer Lebensmittelexperte gelten. Ich befürchte, dass das jetzt regelrecht unterminiert wird.“