50 € Buße für Straßenrennen mit Todesfolge

Ein 20-jähriger junger Mann aus Zele (Ostflandern), der letztes Jahr in Dendermonde zu einer einjährigen Gefängnisstrafe und zehn Jahren Fahrverbot wegen seiner Beteiligung an einem Staßenrennen mit tödlichem Ausgang verurteilt worden war, kam vor einem Berufungsgericht mit einer Geldbuße von 50 Euro davon. Das schreiben die Zeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad am Samstag.

Das Strafgericht von Dendermonde urteilte in Berufung, dass Sinan Ö. keine Schuld am Tod zweier seiner Freunde treffe. Diese starben nach einem vermeintlichen Straßenrace in Zele am 25. Juni 2011. Der Mann wurde auch vom Tatbestand der Fahrerflucht freigesprochen. Er bekam lediglich eine Bußgeld-Strafe in Höhe von 50 Euro, weil er nicht schnell genug vom linken auf den rechten Fahrstreifen wechselte.

Das Berufungsgericht urteilt damit gegen ein Urteil des Polizeirichters Peter D'Hondt. Dieser hatte befunden, dass es sich sehr wohl um ein Straßenrennen gehandelt habe.

D'Hondt hatte Sinan Ö. am 25. Mai 2012 noch zu einem Jahr Haft und 10 Jahren Fahrverbot sowie einer Geldstrafe in Höhe von 5.500 Euro und einem verpflichtenden Psychiaterbesuch verurteilt.

Berufungsrichter sagt: "Keine Fahrerflucht"

Der junge Mann hatte stets behauptet, dass es sich nicht um ein Straßenrennen gehandelt habe. Auf der Europalaan in Zele, einer Straße mit 2 x 2 Fahrspuren, fuhr er auf der linken Fahrspur. Dicht hinter ihm "klebte" ein Auto fast an dessen Stoßdämpfer, aber er wich nicht zur Seite.

Irgendwann kam das Auto hinter ihm nach einem Fahrmanöver von der Straße ab und knallte gegen einen Baum. Der Fahrer und sein Passagier starben. Als der junge Mann den Unfall sah, meldete er sich nicht direkt bei der Polizei. Der Polizeirichter D'Hondt sah darin den Tatbestand einer Fahrerflucht.

Der Anwalt des jungen Mannes behauptet, Sinan Ö. habe nicht gewusst, dass seine Freunde in dem Autowrack saßen. Dem Berufungsrichter zufolge habe der junge Mann deshalb keine Fahrerflucht begangen.