Big brother John wacht über Ehrlichkeit im Sozialnetz

Der belgische Staatsekretär für Betrugsbekämpfung John Crombez ist für seine unerbittliche Linie bekannt. "Menschen, die kein Recht auf Sozialhilfe haben, fliegen aus dem System. Damit habe ich nicht das geringste Problem", sagte er in der Zeitung De Standaard. Er nennt die Dinge beim Namen und findet inzwischen dafür offenbar eine breite Unterstützung in der Bevölkerung.

In eineinhalb Jahren hätte man 3.000 Menschen die Sozialhilfe gestrichen, sagt der sozialistische Staatssekretär für Betrugsbekämpfung.

Auf die Frage, ob dann nicht noch mehr Leute unter die Armutsgrenze sinken, antwortete Crombez: "Wir müssen als Regierung sehr stark aufpassen, dass kein Kollateralschaden entsteht. Das versteht sich von selbst. Aber dass eventuell ein Kollateralschaden entstehen könnte, ist kein Grund, nichts zu unternehmen."

"Wenn Nicht-Belgier hierher kommen und um Hilfe bitten, müssen wir sie ihnen gewähren. Wenn sich ihre Aussagen aber als Lügen herausstellen, dann fliegen sie raus. Von den 3.000 sind einige sogar direkt des Landes verwiesen worden."

Viele Ansichten haben sich offenbar geändert

Früher hatten viele Crombez noch für seine harte Linie kritisiert. Das hat sich jetzt aber offenbar geändert. Wo man früher bei kleinen Betrügern leicht ein Auge zudrückte, wächst durch die Krise jetzt Einigkeit über ein strenges Vorgehen gegen Betrug.

"Ich habe auch damals immer schon das gesagt, was man heute in der ganzen Welt normal findet." Crombez erhält inziwschen sogar im Internet breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Das zeigt die Facebookseite "John Appreciation Society" und als Unterschrift: "John ziet mij, hier foefelt men niet" (auf Deutsch: "John sieht mich, hier schummelt man nicht").