Lektionen gegen Manipulation in der Wissenschaft

Die Freie Universität Brüssel (VUB) will Unterrichtsmaterial zusammenstellen, um ihre Studenten vor den Gefahren wissenschaftlicher Manipulationen zu warnen. Nach einer Meldung der Tageszeitung De Standaard werden entsprechende Pläne beschleunigt umgesetzt, nach dem ein Pharma-Professor gefeuert werden musste, der seine Forschungsresultate in ein besseres Licht gerückt hatte.

Das Studienmaterial soll mehre mögliche Fälle von wissenschaftlicher Manipulation aufzeigen, um die VUB-Studenten von der Notwendigkeit von korrekter Forschung zu überzeugen. Eines der Beispiele ist, dass Forschungsdaten, die nicht in die Hypothese einer Arbeit passen, zumindest in Fußnoten genannt und noch besser im Bericht erwähnt werden sollten.

Ende März musste die Freie Universität Brüssel einen ihrer Professoren entlassen, ein Wissenschaftler aus dem Pharmabereich, weil dieser Forschungsresultate zu von ihm erforschten Medikamenten manipulierte, weil er auf eine andere Art und Weise nicht sein gewünschtes Resultat erzielt hätte. „Wir werden unsere Studenten noch bevor sie ihre Abschlussarbeit zum Master verfassen oder bevor sie in die Wissenschaft gehen, vor den großen und kleinen Verstößen warnen.“, so Patrick De Baetselier, der Vizerektor des Forschungsbereichs der VUB.

Wissenschaftlicher Betrug beginnt laut De Baetselier mit kleinen und unschuldig daherkommenden Handlungen, wie dem ignorieren eines Experiments, dass nicht die geforderten Resultate liefert. Das eine ziehe das andere nach sich und ehe man sich versieht, begehe man wissenschaftliche Manipulationen. Unklar ist noch, ob das Studienmaterial gegen Betrug und Manipulation zu einem eigenen Fach gebündelt wird oder ob ein noch zu verfassender Kodex in die Referenzen der VUB-Studenten eingepflegt werden soll.