Medienbetrieb Alfacam steht vor dem Aus

Das tiefrote Zahlen schreibende flämische Medienunternehmen Alfacam aus Lint (Provinz Antwerpen) steht vor dem Ende. Eine ultimative Verhandlungsrunde mit den Banken, mit dem Ziel, einen letzten Notkredit zu erhalten, schlug am Montag fehl. Jetzt ist ein Konkurs wohl nicht mehr zu vermeiden.

Die Banken BNP Paribas Fortis, ING, Belfius und KBC sind am Montag auf keinen Rettungsplan, den Alfacam vorgelegt hatte, eingegangen. Die Kreditinstitute waren offenbar nicht länger bereit dazu, noch einen einzigen Euro in das Medienunternehmen zu investieren, wie die flämischen Medien am Nachmittag aus gut unterrichteten Kreisen vernehmen konnten.

Jetzt bleibt den Verwaltungsrat von Alfacam kaum etwas anderes übrig, als die Bücher zu schließen. Mehr als eine völlige Zerschlagung wäre auch im besten Falle bei einer Rettung des Unternehmens herausgekommen, wie Beobachter dazu meinten. Einen Durchstart mit einem Übernahmekandidaten wollten die Banken wohl ebenfalls nicht mehr begleiten. Damit verlieren rund 120 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Offenbar ist den Gläubigern mit einem Verkauf von Teilen des Unternehmens - technische Ausrüstungen, TV-Material und Studios sowie modere Gebäude - mehr gedient, als mit allen anderen Möglichkeiten, mutmaßt die flämische Tageszeitung De Standaard auf ihrer Webseite. Verlierer sind hier neben dem Personal, dass seine Arbeit verliert, auch der flämische Steuerzahler und die Aktionäre.