Tihange: Ernstfallübung in… den Niederlanden

Nach einem Bericht der flämischen Tageszeitung Het Belang van Limburg wollen die Niederlande am 26. September einen atomaren Unfall im Kernkraftwerk von Tihange bei Lüttich (Foto) simulieren und eine Ernstfallübung vornehmen. Im benachbarten Ausland ist die Sorge über einen Atomunfall in Tihange offenbar größer, als in Belgien selber.

Laut Het Belang van Limburg wollen sich die belgischen Behörden an dieser Ernstfallübung nicht beteiligen. Peter Mertens, der Sprecher des Krisenzentrums im belgischen Innenministerium, gab dazu an, man habe eine solche Übung erst im November 2012 in der Umgebung von Tihange und Huy durchgeführt.

In den Niederlanden und vor allem in der Provinz Südlimburg, sorgen sich viele Menschen um die Sicherheit in den belgischen Atomkraftwerken von Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich. Auch Doel bei Antwerpen beunruhigt die Niederländer und zwar entlang der Linie Rosendaal, Breda, Tilburg und Eindhoven, nachdem an den Ummantelungen von zwei Reaktoren tausende kleine Risse - offenbar die Folgen von Konstruktionsmängeln - an beiden Meilern festgestellt wurden.

Die niederländische Provinz Südlimburg lagert derzeit in großen Mengen Jodpillen ein, um diese im Ernstfall an die Bevölkerung weitergeben zu können. Tihange liegt nur etwa 45 km von der dortigen Provinzhauptstadt Maastricht entfernt. Nicht nur in den Niederlanden sind die Sorgen groß. Auch in Deutschland und hier besonders im Aachener Raum, ebenfalls nicht weit von Huy, Tihange und Lüttich entfernt, regt sich Wiederstand gegen das AKW. Internationale Proteste haben in der jüngeren Vergangenheit hunderte Menschen mobilisieren können.