"Brüsseler Imam in Syrien gefangen genommen"

Ein Imam aus Brüssel, der sich ins Bürgerkrieg Syrien aufgemacht hatte, um jugendliche Kämpfer aus Belgien wieder zurück in die Heimat zu holen, soll von einer radikal-islamistischen Gruppe gefangen genommen worden sein. Dies sagte der Brüsseler Regionalabgeordnete Fouad Ahidar (SP.A) gegenüber dem Radiosender FM Brussel.

Fouad Ahidar (kleines Foto), der für die flämischen Sozialisten SP.A im Brüsseler Regionalparlament sitzt, gab gegenüber FM Brussel an, die Familie des Imams habe ihn über dessen Gefangennahme informiert.

Der Imam aus einer Moschee im Brüsseler Stadtteil Anderlecht sei erst einige Tage lang in Syrien gewesen.

Er habe das Ziel verfolgt, Jugendliche, die an der Seite von islamistischen Gruppen gegen das Assad-Regime kämpfen, davon zu überzeugen, zu ihren Familien in Belgien zurückzukehren, so Ahidar. Doch er sei von einer radikalen Gruppe gefangen genommen wurden.

Um welche Gruppierung es sich dabei handeln soll, bleibt unklar. Auf jeden Fall soll der Imam als ein Verräter angesehen sein. Er laufe das Risiko, durch eine Art Standgericht verurteilt und exekutiert zu werden, glauben dessen Angehörige.

Zwei Minderjährige haben sich nach Syrien abgesetzt

Wie jetzt erst bekannt wurde, haben sich zwei 16 Jahre alte Jugendliche aus Vilvoorde im Norden von Brüssel und aus dem Brüsseler Stadtteil Schaarbeek bereits am 4. April nach Syrien aufgemacht. Nach Angaben des Stadtverordneten für Bildung und Unterricht von Schaarbeek, Michel De Herde (MR), saßen die beiden Jugendlichen gemeinsam in einer Klasse des Athenäums Fernand Blum in seiner Kommune. Sie sollen vom Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem aus in Richtung Syrien geflogen sein.

Nach Angaben der Schulleitung des Athenäum Fernand Blum seien die beiden 16jährigen vorbildliche Jugendliche und gute Schüler gewesen. Ihnen sei nichts entsprechendes anzumerken gewesen, so der Präfekt der Schule. Angeblich sei aber der Bruder eines der Betroffenen bereits seit geraumer Zeit in Syrien. Dieser soll seinen jüngeren Bruder davon überzeugt haben, seinem Beispiel zu folgen.

Insgesamt sollen 33 Belgier an der Seite von islamistischen Rebellen in Syrien kämpfen oder auf dem Weg dorthin sein, gab die belgische Staatsanwaltschaft am Dienstag bekannt. Darunter sind auch flämische Jugendliche, die sich zum Islam bekehrten.