Syrien-Kämpfer: Razzien gegen Islamisten

Polizei und Justiz haben bei Haussuchungen in u.a. Brüssel, Vilvoorde, Mechelen und Antwerpen 32 Wohnungen kontrolliert. Die Aktion richtete sich gegen islamistische Kreise, die im Verdacht stehen, junge Männer für den Kampf in Syrien zu rekrutieren. Unter anderem wurde Fouad Belkacem verhaftet, der Führer der inzwischen verbotenen Gruppierung Sharia4Belgium.

Die Föderale Staatsanwaltschaft hat unter der Leitung eines Untersuchungsrichters aus Antwerpen in der Scheldemetropole und in der belgischen Hauptstadt Brüssel eine umfassende Aktion gegen den islamistischen Terror durchgeführt. Bei rund 50 Haussuchungen wurden sechs Personen in Polizeigewahrsam genommen. Darunter war offenbar auch ein junger Mann, der erst vor einigen Tagen verletzt aus Syrien zurückgekehrt war.

Die Aktion richtete sich in erster Linie gegen extremistische Moslems, die in Belgien junge Männer für den Kampf in Syrien an der Seite von radikalen Islamisten rekrutieren. Ins Visier waren auch erneut ehemalige Mitglieder der inzwischen in Belgien verbotenen Gruppierung Sharia4Belgium geraten.

Unter anderem verhaftete die Polizei den ehemaligen Führer der Gruppe, Fouad Belkacem, dem vorgeworfen wird, auch junge Flamen für die Jihad zu rekrutieren. Belkacem sitzt derzeit einen Teil einer Haftstrafe zu Hause in Boom bei Antwerpen mit elektronischer Fußfessel ab.

Nach Angaben von VRT-Justizspezialistin Caroline Van den Berghe wurde die Aktion von langer Hand vorbereitet und hat keinen direkten Link zu den jüngsten Vorkommnissen, junge belgische Kämpfer in Syrien betreffend.

Belgischer Jihad-Kämpfer in Syrien ums Leben gekommen

Aus der Gegend der syrischen Stadt Homs kommt die Meldung, dass der in Brüssel lebende Franko-Algerier Raphaël Gendron (37) im Kampf gegen das Assad-Regime getötet worden ist. Gendron hat sich schon in seiner Jugend zum Islam bekehrt und galt schon lange als jemand, der junge Männer für den „Heiligen Krieg“ sucht und dabei für die „richtige Überzeugung“ sorgte.

Beobachter äußerten gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen die Befürchtung, dass man in Belgien die Geschichte von Gendron als „Märtyrertod“ verkaufen werde, um so weitere fanatisierte Jugendliche für den Jihad finden zu können. Insgesamt sollen derzeit 33 Belgier in Syrien kämpfen oder auf dem Weg dorthin sein, wie die belgische Staatsanwaltschaft am Dienstag bekannt gab.