Stresstests für alle Atomanlagen gefordert

Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC fordert Stresstests für alle nuklearen Anlagen in Belgien. Nach den Prüfungen der Kernkraftwerke von Doel und Tihange im Zuge der Katastrophe von Fukushima in Japan sollen auch alle anderen Atomanlagen kontrolliert werden.

Neben den Atomkraftwerken von Tihange (Provinz Lüttich) und Doel (Provinz Antwerpen) werden in Belgien noch weitere nukleare Einrichtungen betrieben, z.B. das Kernforschungszentrum in Mol (Provinz Antwerpen), die Verwertungsanlage für atomaren Abfall von Belgoprocess in Dessel (ebenfalls Provinz Antwerpen) und das Nationale Institut für Radioelemente IRE sowie deren Filiale IRE ELiT (Environment & Lifescience Technology) in Fleurus (Provinz Hennegau).

Nach Angaben der flämischen Tageszeitung De Standaard hat die Atomaufsichtsbehörde FANC für Mol und Dessel einige Verbesserungsvorschläge zur dortigen Sicherheit vorgelegt.

Nach Ansicht der FANC gelten für diese Anlagen z.B. im Brandfall oder bei schweren Erdbeben lediglich unzureichende Sicherheits- oder Notfallvorschriften.

Selbst auf eigentlich normale Wetterumstände, wie Gewitter mit Blitzeinschlägen, seien die Anlagen und die Notfallvorschriften nicht wirklich ausreichend vorbereitet.

Falls bei einem Stromausfall durch Gewitter die elektrischen Anlagen ausfallen, drohen radioaktive Strahlungen auf jeden Fall im Inneren der Gebäude.

Die Betreiber aller atomarer Einrichtungen in Belgien sind von der FANC dazu aufgefordert worden, gemeinsam mit den lokalen Behörden und mit den Notfalldiensten Feuerwehr und Zivilschutz Notfallstrategien zu entwickeln.

„Deutliches Signal“

Kristof Calvo, Parlamentsabgeordneter der flämischen Grünen Groen, sage dazu am Mittwochmorgen bei Radio 1, dem ersten Programm der VRT, dass die FANC endlich ein deutliches Signal für die Betreiber von Atomanlagen sende: „Der Bericht ist deutlich und er ist kritisch, vor allem in Sachen Nachhaltigkeit und bei der Stärke von Notfallplanungen.“