Falsche Arbeitslose kassieren 10 Mio. € ab

Jahrelang strichen 2.000 Personen mit Hilfe von illegalen Attests zu unrecht Arbeitslosengeld ein. Die öffentliche Anklage beim Arbeitsgericht in Brüssel will 15 Organisationen mit solchen Praktiken vor Gericht bringen.

Die "falschen Arbeitslosen" haben sich zusammen rund 10 Millionen Euro an Arbeitslosengeld erschwindelt. Sie hatten unter anderem Entlassungsbriefe benutzt, die sie von Phantomfirmen ankauften. Das meldet die Zeitung De Morgen. Das Brüsseler Arbeitsgericht hat diese Nachricht bestätigt.

Der Handel mit illegalen Attests dauerte von 2003 bis 2011. Für die falschen Entlassungsbriefe wurde zwischen 150 und 350 Euro bezahlt. 2.000 Betrüger sollen auf diese Weise illegaal an Arbeitslosengeld gekommen sein. Es handele sich um einer der größten sozialen Betrugsfälle der vergangenen 20 Jahre, heißt es beim Arbeitsgericht in Brüssel. Die Staatsanwaltschaft des Arbeitsgerichts will 15 Organisationen, die diese Praktik angwandt haben, vor den Richter bringen.

Die 2.000 Personen, die die falschen Attests benutzten, um an das Arbeitslosengeld zu kommen, werden selbst wahrscheinlich nicht strafverfolgt. "Es ist nahezu unmöglich gegen all die Menschen vor Gericht vorzugehen", heißt es beim Arbeitsgericht. Gegen die meisten seien bereits schwere administrative Sanktionen verhängt worden. Sie müssen jedenfalls das zu unrecht ausbezahlte Geld zurückzahlen. Falls sie derzeit immer noch arbeitslos sind, wird ihr Arbeitslosengeld zudem noch einmal für 52 Wochen auf Eis gelegt.