Junge Antwerpener Muslims fühlen sich ausgeschlossen

Aus einer Untersuchung der Tageszeitung Gazet van Antwerpen geht hervor, dass sich junge Muslims in unserer Gesellschaft ausgeschlossen fühlen. Obwohl 93 % der Befragten die belgische Staatsangehörigkeit besitzt, fühlt sich nur eine Minderheit als Belgier oder als Flame.
AP2013

Bereits 2005 hatte die Antwerpener Tageszeitung eine ähnliche Umfrage bei mehreren Hundert Muslim- und Nichtmuslimjugendlichen aus Antwerpen, Mechelen, Turnhout und Sint-Niklaas gehalten.

Aus dieser Umfrage ging unter anderem hervor, dass sie sich, allen Bemühungen der Behörden und einschlägiger Organisationen zum Trotz, noch stets von der Gesellschaft in Flandern ausgeschlossen fühlen.

Nur 30 % der muslimischen Jugendlichen in Flandern fühlt sich von der Gesellschaft angenommen. 6 von 10 Jugendlichen sind der Meinung, dass die flämische Gemeinschaft sie niemals als integriert betrachten wird. Bei Mädchen ist diese Überzeugung noch stärker verankert als bei den Jungen.

Obwohl 93 % der Befragten die belgische Staatsangehörigkeit besitzen, fühlen sich 42 % als Ausländer. Nur eine Minderheit fühlt sich als Belgier oder Flame. Mit dem Wohnort, an dem sie sich zu Hause fühlen, besteht wohl eine starke Verbundenheit.

Das Gefühl, diskriminiert zu werden, ist noch genauso stark wie 2005. 30 % der muslimischen Jugendlichen in Flandern sagen, sie seien in der Schule diskriminiert worden. Einer von fünf beklagt sich über Benachteiligungen im Arbeitsumfeld.

 

Weniger Klagen wegen Diskriminierung

Eine positive Note aus der jüngsten Umfrage: Der Anteil der muslimischen Jugendlichen in Flandern, die sich als Rassismusopfer outen, ist von 59 % auf 51 % zurückgegangen.