Cyberattacken: "Hacker bedrohen Belgien"

Hendrik Bogaert (CD&V), Belgiens Staatssekretär für Modernisierung und Öffentlichen Dienst, warnt vor einer großen Zahl an Hackerangriffen, die auf unser Land zukommen können. In erster Linie seien die Internetseiten von Staat und Regierung von solchen Angriffen betroffen, so Bogaert.
AP2011

Bisher ist Belgien weitgehend von Angriffen aus dem Internet verschont geblieben. In den benachbarten Niederlanden hingegen kann man von solchen Vorfällen ein Liedchen singen. Dort wurden erst vor kurzer Zeit die Webseiten einiger Banken und auch die der Fluggesellschaft KLM-Air France Opfer von Hackern. Diese lassen die Webseiten über so genannte „distributed denial-of-service-attacs (DDos)“ zusammenbrechen, in dem sie eine riesige Zahl an Nachrichten senden.

Die Bundesbehörde für Informations- und Kommunikations-Technologie (Ferdict) hat im vergangenen Jahr acht Hackerangriffe auf staatliche Behörden registriert. Gegen einen der Angreifer, ein 19 Jahre alter Mann aus Nivelles in Wallonisch-Brabant, wird derzeit ein Prozess geführt. Der junge Hacker hatte versucht, in den Server der zentralen belgischen Internetseite belgium.be einzudringen.

Belgiens Regierungen und Verwaltungen müssten sich dringend gegen solche Angriffe schützen und dieser Schutz sollte koordiniert werden, so Staatssekretär Bogaert (kleines Foto) gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard: „Wir müssen dazu die nötigen Budgets freimachen. Es ist Eile geboten und deshalb muss das im Haushalt für 2014 vorgesehen werden.“ Bogaert geht davon aus, dass dies Investitionen in Höhe von bis zu 20 Moi. € mit sich bringen werde.

Die belgische Bundesregierung und das Kabinett von Premierminister Elio Di Rupo (PS) seien dabei, einen koordinierten Plan, der ministeriums- und abteilungsübergreifend aufgestellt werden soll, zu planen. Schon im vergangenen Winter habe Di Rupo eine Cyberstrategie vorgestellt. Ferdict soll nach Ansicht von Hendrik Bogaert dabei eine Schlüsselrolle spielen.