Dienstleistungs-Schecks - Erfolg und Missbrauch

Das System der so genannten Dienstleistungs-Schecks, mit dem in Belgien Arbeitslose Beschäftigung finden und Schwarzarbeit im Haushalt legalisiert werden konnte, bleibt weiter erfolgreich. Aber das System wird auch missbraucht oder zumindest in Bereichen angewandt, für die es nicht gedacht ist.

Die Dienstleistungs-Schecks sind und bleiben populär, auch wenn ihr Preis kürzlich von 7,50 € auf 8,50 € angehoben wurde. Alleine der Heimpflegedienst Familienhilfe in Flandern nutzte bereits 20 Millionen dieser Entlohnungs-Belege. In Zukunft wird das System Ländersache. Belgiens Arbeitsministerin Monica De Coninck (SP.A - Foto) ist der Ansicht, dass Länder und Regionen das System in Zukunft besser angehen sollen.

In den vergangenen Jahren konnten über diese Dienstleistungs-Schecks rund 150.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Viele dieser Arbeitsplätze gehörten früher zum Bereich Schwarzarbeit und konnten dadurch legalisiert werden.

Seit Anfang 2013 kostet ein Dienstleistungs-Scheck den Nutzer 8,50 €. Dieser Scheck entspricht dem Gegenwert von einer Stunde Arbeit (Raumpflege, Gartenarbeit uvm.) Der Staat zahlt zu jedem Scheck 13,54 € hinzu, so dass eine Stunde Arbeit letztendlich mit 22,04 € vor Steuern einbringt.

Das zahlt sich für den Staat ebenso aus, wie für die Kunden und die so beschäftigten. Arbeitsministerin De Coninck sagte dazu, dass dies günstiger sei, als Arbeitslosenhilfe zu zahlen, auch wenn das System im Staatshaushalt kräftig zu Buche schlage.

Missbrauch

Diese Dienstleistungs-Schecks sollen eigentlich im Bereich der Hausarbeit angewendet werden. Zum Beispiel kann damit über offiziell anerkannte Unternehmen Raumpflegepersonal bestellt werden oder eine Haushaltshilfe. Auch Gartenarbeiten werden übernommen. Doch in letzter Zeit wird immer häufiger festgestellt, dass auch Personale von Kinderkrippen, Tagesmütter oder Altenpfleger damit bezahlt werden. Das allerdings war nicht im Sinne der Erfinder, denn hier bestehen eigene Systeme.

In Brüssel, wo ein eklatanter Mangel an Plätzen in Kinderkrippen oder an Tagesmüttern herrscht, sind die Dienstleistungs-Schecks inzwischen zu einem sehr gebräuchlichen Bezahlungsmittel geworden. Im kommenden Jahr, wenn die Zuständigkeit für das System vom Bund an Länder und Regionen in Belgien übertragen wird, muss sich also einiges ändern, es sei denn, hier wird das System überdacht und auf die grenzwertigen Bereiche ausgeweitet.