Angestellte stimmen noch bis Freitag ab

Die Angestellten von Ford Genk dürfen noch bis Freitag über ihren Sozialplanentwurf abstimmen. Für die Angestellten der Zulieferbetriebe steht erst am Donnerstag ein erstes Treffen mit ihrer Direktion auf dem Terminkalender. Es ist noch unsicher, ob auch sie via Referendum über den Vorschlag entscheiden dürfen. Unterdessen haben die Gewerkschaften von Ford Genk am Mittwoch im Kabinett des Finanzministers Geens eine Steuervergünstigung auf ihre Abfindungen gefordert. Die Gewerkschaften haben ausgerechnet, dass netto von den Abfindungen nicht viel übrig bleiben werde.

Nach schwierigen Verhandlungen haben die Gewerkschaften der Angestellten bei Ford Genk letzte Woche eine Vereinbarung erzielt. Diese wurde in den vergangenen Tagen den Mitgliedern vorgelegt. Sie dürfen jetzt bis einschließlich Freitag darüber abstimmen, ob sie diese Übereinkunft akzeptieren oder nicht.

Wie das bei den Arbeitern bereits der Fall war, wird davon ausgegangen, dass die Angestellten bei den Zulieferbetrieben die gleichen Voraussetzungen wie ihre Kollegen von Ford bekommen. Hierzu wurde aber noch nichts gesagt. "Am Donnerstag um 10 Uhr sitzen wir erstmals zusammen", sagt Eric Doggen, so ein Vertreter der Angestellten beim Zulieferer SML. "Wir gehen davon aus, dass die Konditionen die gleichen sind wie bei Ford. Wir haben schon gehört, was dabei herausgekommen ist, aber offiziell wissen wir noch von nichts."

Ein großer Unterschied zu Ford ist allerdings, dass der Autobauer Arbeitsmöglichkeiten in anderen Ford-Niederlassungen wie in Lommel, Brüssel und im Ausland anbietet. Die Zulieferer haben diese Möglichkeit nicht und deshalb muss automatisch zu den Maßnahmen im Falle von Aufgabe der Betriebe oder Ausscheiden aus dem Betrieb übergegangen werden.

Arbeitnehmer von Ford fordern Steuerkürzung auf ihre Abfindungen

Unterdessen haben die Gewerkschaften von Ford Genk am Mittwoch im Kabinett des Finanzministers Koen Geens um eine Steuervergünstigung auf ihre Abfindungen gebeten. Der Minister hat versprochen, dass er diese Bitte untersuchen werde, wies aber in einem Atemzug auch auf die budgetären Einschränkungen seiner Regierung hin.

Sämtliche Abfindungen der Arbeitnehmer, die Ford Genk oder die Zulieferfirmen verlassen, werden hoch besteuert. Netto, so ein Gewerkschafter, bleibe von den Prämien nicht viel übrig. Die Gewerkschaften haben deshalb für alle Unternehmen in Belgien, die künftig in die gleiche Situation wie Ford Genk geraten, solche Steuervergünstigungen gefordert.