Spielt Flandern bald in der unteren Wirtschaftsliga?

Dem Projekt zur Ankurbelung der Wirtschaft "Vlaanderen in Actie" geht offenbar der Sauerstoff aus. Die flämische Wirtschaft ist rückläufig und verliert immer mehr Terrain an Unternehmen in anderen europäischen Regionen. Selbst Wallonien schneidet bei mehreren Wirtschaftsindikatoren besser ab als Flandern. Das hat die flämische Tageszeitung De Standaard am Donnerstag festgestellt.

Flanderns Wirtschaftswachstum, Export, Produktivität, Unternehmergeist und Innovation schneiden im Vergleich zu anderen europäischen Regionen in den letzten Jahren äußerst dürftig ab. Andere Regionen in Europa haben auf diesen Gebieten hingegen kräftig aufgeholt. Dadurch ist Flandern innerhalb von nur zehn Jahren aus der Hitliste der ersten 5 Regionen Europas in Sachen Wirtschaftswachstum gepurzelt. 

Die Produktivität der flämischen Arbeiter, die immer noch einen guten Ruf genießen, hat ebenfalls in der europäischen Rangliste nachgelassen. Wallonien hat mehr Unternehmensgründungen und schnellwachsende kleine und mittlere Unternehmen.

Der flämischen Verwaltung zufolge würden sich 38 Prozent der Wirtschaftsprojekte von "Vlaanderen in Actie" positiv entwickeln, 33 Prozent stagnierten, heißt es und fast genauso viele Projekte (29 Prozent) würden mit einem "Negativstempel" versehen.

Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) sei sich der Notwendigkeit eines Neustarts des Programms bewusst, heißt es noch. Am Dienstag findet ein weiteres Zukunftsforum von "Vlaanderen in Actie" statt. Das Projekt Vlaanderen in Actie wurde 2006 ins Leben gerufen und soll Flandern bis 2020 einen Platz an der Spitze der besten Regionen Europas garantieren.

Auch die wallonische Regierung hat ihrerseits letzte Woche eine Überprüfung des "Marshallplans" und seines Nachfolgers "2.Vert" vorgelegt. Der wallonische Ministerpräsident Rudy Demotte (PS) sprach von einer Erfolgsgeschichte.