Habermas in Löwen wie ein Popstar empfangen

Am Freitag war der deutsche Philosoph Jürgen Habermas (83) zu Gast in der Katholischen Universität von Löwen (KULeuven). Mehr als 1.000 Personen wohnten seiner Lesung bei, darunter natürlich viele Studenten, aber auch politische Persönlichkeiten aus allen Lagern.

Die De Somer-Aula in der traditionsreichen Aula der Löwener Universität brach aus allen Fugen und viele Zuschauer mussten in einen Nebenraum ausweichen, um den Ausführungen des deutschen Philosophen folgen zu können.

Jürgen Habermas, ein eher schüchterner und zurückhaltender Mensch, hielt seine Lesung in englischer Sprache. Dabei appellierte er an die Solidarität, die er als recht neuen Begriff darstellte, der aus den Zeiten der Brüderlichkeit der Französischen Revolution stamme. Diese Solidarität sei im Laufe der Zeit durch den Sozialismus und durch die soziale Aktion der Katholiken verstärkt worden.

Aber, so Habermas, habe die Krise des 21. Jahrhunderts dieser Solidarität schwere Schläge versetzt. Und doch werde nicht der Neo-Liberalismus dem Weg aus der Krise weisen, sondern die Solidarität - vor allem die der Deutschen. Diese Solidarität würde sowohl die Einheitswährung Euro retten, als auch die Europäische Union und deren Mitgliedsstaaten.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde rief Habermas die politischen Akteure in der EU dazu auf, die Währungsunion zu einer politischen Union zu machen.