Steuernachlässe für das Gaststättengewerbe

Die belgische Bundesregierung gewährt dem Hotel- und Gaststättengewerbe im Land Steuererleichterungen in Höhe von 80 Millionen €. Steuernachlässe werden auf Quartalsebene für Angestellte aller Art gewährt. Dies soll unter anderem dabei helfen, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit in diesem Sektor einzudämmen.

Das Gaststättengewerbe, in Belgien auch Horeca-Sektor genannt (Hotels, Restaurants und Cafés), klagt nicht erst seit gestern über eine zu hohe Belastung von Arbeit und Verdienst.

Nicht selten sind Kommentare aus dem Gewerbe zu hören, nach denen es kaum möglich sei ohne Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit überleben zu können.

Dem will die belgische Bundesregierung jetzt mit dem so genannten Horeca-Plan entgegenwirken. Betreibern von Hotels, Restaurants, Cafés und anderen Gaststätten werden Steuernachlässe von 500 € pro Quartal für Angestellte gewährt.

Dieser Nachlass erhöht sich auf 800 € pro Quartal für Personal unter 26 Jahre, betrifft also auch Studenten, die im Horeca-Sektor ein Zubrot verdienen und andere Gelegenheitsarbeiter.

Black Box in der Kasse

Allerdings müssen die Unternehmen, um von solchen Nachlässen profitieren zu können, die neuen computergesteuerten Registrierkassen einsetzen. In diese Kassen sind so genannte Black Boxen eingebaut, über die es unmöglich sein soll, schwarze Kassen anzulegen oder Einnahmen unversteuert zu generieren.

Belgiens Staatsekretär für Betrugsbekämpfung, der flämische Sozialist John Crombez (SP.A - Foto) sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass dem Horeca-Sektor dadurch auf der einen Seite die Möglichkeit der Schwarzarbeit genommen werde, das aber auf der anderen Seite die Unternehmen rentabler arbeiten können.