Sorgen bei den Zulieferern von Ford

Die Verhandlungen der Direktionen der Zulieferfirmen von Ford in Genk mit den Gewerkschaften der Angestellten verlaufen zwar konstruktiv, haben aber bisher noch nichts konkretes erreichen können. Nächste Woche wird weiterverhandelt, doch an der Basis regt sich inzwischen Frustration.

Die letzte von der Schließung des Ford-Werks im limburgischen Genk betroffene Gruppe, die noch keinen Sozialplan vor Augen hat, sind die rund 120 Angestellten der Zulieferfirmen aus dem Gewerbegebiet Genk.

Im Gegensatz zu den Arbeitern dieser Unternehmen ist es hier nicht unbedingt einfach, den Sozialplan der Kollegen von Ford eins zu einszu  übernehmen, denn hier kommt zum Beispiel niemand für die Vorruhestandsregelungen in Frage und es bieten sich kaum Unternehmen, die Personal für Arbeit suchen, wie sie bei SML, Lear, IAC oder Syncreon verlangt wird.

„Die Gespräche verlaufen in einer offenen Atmosphäre, aber eine Reihe von Details müssen noch geklärt werden“, sagte Eric Doggen von der liberalen Angestellten-Gewerkschaft ACLVB bei SML gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.

„Am Donnerstag versammeln wir uns mit den Gewerkschaftskollegen der anderen Unternehmen und am Montag sitzen wir wieder mit den Direktionen zusammen. In den darauf folgenden Tagen werden Informationsversammlungen mit den Betroffenen und in den Tagen danach wohl auch die Urabstimmungen organisiert.“

Inzwischen aber steigt die Spannung an der Basis, denn die Angestellten der Zulieferfirmen fühlen sich irgendwie diskriminiert. Sie sind der Ansicht, dass man sie nicht ausreichend informiert. Auch auf finanzieller Ebene fühlen sie sich benachteiligt, wie Luciano Deiana, ein Angestellter bei SML am Dienstag sagte:

„Niemand der Angestellten wird dazu verpflichtet, vorzeitig aus dem Unternehmen auszuscheiden. Dadurch ist weiterarbeiten bis Ende 2014 die einzige Möglichkeit für uns, eine Entlassungsprämie in vollem Umfang zu erhalten. Kommt im Vorfeld ein Jobangebot, dann haben wir Pech. Das kann einfach nicht sein.“