Stets mehr Menschen beziehen Sozialhilfe

Die Zahl der Menschen in Belgien, die Sozialhilfe beantragen müssen, steigt. Betroffen davon sind in jüngster Zeit immer mehr Jugendliche, bzw. junge Menschen unter 25 Jahre. Auffallend ist auch, dass ärmere Gemeinden im ganzen Land mehr Bezieher von sozialen Unterstützungen beheimaten, als wohlhabendere Kommunen.

Derzeit leben in Belgien etwa 95.000 Menschen mit Unterstützung der Öffentlichen Sozialhilfezentren (ÖSHZ), wie aus den Berechnungen des Nationalen Statistikamtes und des Bundesministeriums für Gesellschaftliche Integration ersichtlich ist. Diese Zahl steigt tendenziell durch die Krise, denn vor Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 hatte sich diese Zahl bei jährlich etwa 85.000 Personen eingependelt.

Auffallend an diesen Statistiken ist, dass immer mehr jüngere Menschen in Belgien Sozialhilfe beantragen müssen. Mittlerweile ist ein Drittel der Sozialhilfeempfänger unter 25 Jahre alt - ein Anstieg um 2 % auf Jahresbasis. Durch die Wirtschaftskrise ist es für viele Berufsanfänger schon schwierig, eine erste Anstellung zu erhaschen, denn nur wenig Unternehmen erklären sich heutzutage dazu bereit, Mitarbeiter ohne Erfahrung einzustellen. Das betrifft mittlerweile auch hoch studierte oder gut ausgebildete Arbeitsuchende im ganzen Land.

Bemerkenswert ist aber auch, dass sich immer weniger Einwanderer oder Asylbewerber um eine Sozialhilfe bemühen. Zwar ist der Rückgang auf Jahresbasis um 1 % verschwindend gering, doch hier zeichnet sich wohl ein Trend ab.

Arme Leute in armen Städten und Gemeinden?

Die entsprechenden Zahlen des Nationalen Statistikamtes zeigen weiter auffallende Tendenzen. So fällt die Zahl der Sozialhilfeanträge in großen Städten, wie die belgische Hauptstadt Brüssel, oder in Metropolen, wie Charleroi, Lüttich, Gent oder Antwerpen.

In ärmeren Städten und Gemeinden hingegen steigen die Zahlen der Antragsteller. Dies liegt offenbar daran, dass Beschäftigung hier eher schlechter entlohnt wird, dass die Mieten hier oftmals günstiger sind und dass hier schlicht und einfach weniger Arbeit zur Verfügung steht. Diese Beobachtung zieht sich durch alle Formen von Ortschaften: Städte, Dörfer, strukturschwache Regionen usw.

Nicht zuletzt ist die Tatsache eine Ursache, dass sich die Bezieher von Sozialhilfe durch die verschiedensten (auch oben genannten) Umstände gegenseitig offenbar abziehen und so kommunal für hohe Konzentrationen sorgen.