Belgien: Ein Pflaster für Geldwäscher

Nie zuvor ist in Belgien so viel Schwarzgeld weiß gewaschen worden wie im letzten Jahr. Das geht aus den Angaben der belgischen Finanzdienstleistungsaufsicht (Belgian Financial Intelligence Processing Unit) hervor. Die Zeitung De Tijd hatte Einsicht in die Daten.
BELGA/LEFOUR

Die belgische Finanzdienstleistungsaufsicht trug letztes Jahr rund 1.500 Akten zusammen. Vor fünf Jahren waren es noch weniger als 1.000.

Auch die Schwarzgeldbeträge, die weißgewaschen werden, haben stark zugenommen. Sie betrugen 2012 rund 2,2 Milliarden Euro. Im Goldsektor sind besonders viele Fälle von Geldwäsche ans Licht gekommen.

Wir sollten weiter unsere Augen offen halten, denn Geldwäscher seien kreativ, betont Jean-Claude Delepière von der Finanzdiesntleistungsaufsicht: "Man muss damit rechnen, dass Geldwäscher sehr flexibel sind und sobald sie sehen, dass diese neue Methode jetzt ans Licht gekommen ist, werden sie ihre Vorgehensweise ändern, in andere Länder gehen. Wir müssen jedenfalls Maßnahmen nehmen, um aktiv und wachsam zu bleiben."

Der Staatssekretär für Betrugsbekämpfung John Crombez ist zufrieden mit der Arbeit der Finanzdienstleistungsaufsicht. Mehr Fälle von Geldwäsche würden festgestellt und man decke auch effektiv mehr Betrugsfälle auf, so Crombez. Das sei aus verschiedenen Gründen gut: Beim Kampf gegen Betrug, aber auch, um gegen die Finanzierung von Terrorismus vorzugehen. Die zusätzlichen Maßnahmen und die vergangenen Monate zeigten zudem, dass mehr gemeldet werde und dass das auch bei der Aufdeckung von großen Fällen helfe. Auffallend sei das vor allem im Goldhandel.