Belgien: Kein Wirtschaftswachstum für 2013

Die EU-Kommission hat am Freitag ihre Wachstumsprognose für die Wirtschaft der Eurozone nach unten korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 0,4 Prozent schrumpfen, und die Wirtschaft sich nur schrittweise im zweiten Halbjahr erholen, erklärte EU-Währungskommissar Olli Rehn (Foto) in Brüssel. Auch bei den Aussichten für Belgien ist die Behörde skeptischer. Belgien wird in diesem Jahr ein Nullwachstum erfahren. Das belgische Haushaltsdefizit dürfte deshalb 2,9% des Bruttoinlandsprodukts betragen.

Noch im Februar dieses Jahres hatte die EU-Kommission ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,2% für Belgien vorausgesagt. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum wurde gesenkt. Das dürfte 2013 gegen Null tendieren.

Trotz dieses Nullwachstums, dürfte die belgische Wirtschaft stärker dastehen als die Gesamtheit der Eurozone. Für sie hat die EU-Kommission ihre Wirtschaftswachstums-Prognose von - 0,3 Prozent im Februar 2013 auf jetzt - 0,4 Prozent gesenkt.

Bei gleichbleibender Politik dürfte das belgische Haushaltsdefizit 2013 ungefähr 2,9 Prozent erreichen und nächstes Jahr sogar auf 3,1 Prozent ansteigen.

Dass die belgische Wirtschaft nicht das zweite Jahr in Folge schrumpft (nach - 0,2 Prozent 2012), ist dem Export zu verdanken, betont die Kommission. Die Binnennachfrache werde weiter rückläufgig sein. Auch die Unsicherheit über den Zusammenhalt unseres Landes könne kurzfristig ins Gewicht fallen, heißt es noch.

Nächstes Jahr soll das belgische Wirtschaftswachstum wieder um 1,2 Prozent anziehen (im Februar hatte die Kommission noch 1,5 Prozent vorausgesagt). Damit liegt Belgien im Trend der gesamten Eurozone, deren Wirtschaftswachstum laut EU-Kommission 2014 ebenfalls um 1,2 Prozent wieder anziehen soll.

Die belgische Staatsschuld steht vorläufig laut EU-Kommission noch bei 101,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, aber die Regierung ist fest entschlossen, diese noch in diesem Jahr unter 100 Prozent zu drücken.