Brüssel: Picqué geht, Vervoort kommt

Charles Picqué (links auf dem Foto) (PS), der Ministerpräsident von Brüssel, übergibt an diesem Wochenende sein Amt seinem Parteifreund und dem Bürgermeister des Brüsseler Stadtteils Evere, Rudi Vervoort (rechts auf dem Foto).

Charles Picqué wurde 1989 der erste Ministerpräsident der damals gerade gebildeten Hauptstadtregion (Archivfoto). Knapp 25 Jahre und einige durch ihn geführte Brüsseler Regierungen später übergibt er am morgigen Samstag das Szepter seinem Parteifreund und dem Bürgermeister von Evere, Rudi Vervoort. Letzterer wird am Dienstag vereidigt.

Picqué kann zufrieden auf seine Karriere als Ministerpräsident der zweisprachigen Region zurückblicken. "Es ist nicht immer leicht gewesen", sagte er in der Frühsendung des VRT-Radios, "aber ich bin noch nicht verbraucht. Ich denke, dass jetzt jedoch der Zeitpunkt gekommen ist, um die Fackel weiterzureichen." Er betonte auch, dass er sein Amt noch nicht ganz leid sei und dass ihn die Brüsseler noch nicht ganz los seien. "Ich bleibe Bürgermeister des Stadtteils Sint-Gillis und Parlementsabgeordneter."

Was die Wahlen im nächsten Jahr betrifft, so lässt sich Picqué noch nicht in die Karten schauen. "Es ist noch etwas zu früh, um meinen Platz auf der Liste zu verraten", so Picqué noch. "Ich denke, dass es klar ist, dass ich weiter Politik machen werde. Ich halte es für äußerst wichtig, dass die Brüsseler Region auch weiterhin als solche bestehen bleibt." Diese Region zu führen, sei immer ein Überlebenskampf gewesen. "Nicht nur auf institutionellem Gebiet, sondern auch um Finanzmittel zu bekommen."

Als Ministerpräsident machte sich Picqué stets für mehr Befugnisse für die Region stark.

Vervoort führt das Amt fort

Vervoort ist für viele ein Unbekannter. Vor dem Hintergrund der Wahlen 2014 stellt sich zudem die Frage, ob er den Verlust von Picqué auffüllen kann. Hat er genügend Unterstützung vom Wähler? Die französischsprachigen Liberalen von der MR machen jedenfalls kein Geheimnis daraus, dass sie nach zehn Jahren der Sozialisten auf dem Posten erneut auf die Ministerpräsidentschaft der Hauptstadt-Region aus seien.

Der Wahlkampf in Brüssel wird sicher spannend. Verschiedene nationale Spitzenpolitiker sind inzwischen in die Hauptstadt gezogen, um "gegeneinander anzutreten". Vervoort hat nun ein Jahr Zeit, um sich zu profilieren.

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