Deurne: Tunnel unter der Startbahn des Flughafens

Am Montagmorgen begannen die Arbeiten am seit langem umstrittenen Tunnel unter der Krijgsbaan N 419 am Ende der Start- und Landebahn des Antwerpener Regionalflughafens in Deurne. Der Tunnel soll eine außergewöhnliche Verkehrssituation beenden, kostet aber viel Geld.

Wenn heute eine Maschine am Antwerpener Regionalflughafen von Deurne landet oder startet, dann müssen die Autofahrer an der Krijgsbaan N 419 an einer Roten Ampel warten, bis das Flugzeug außer Sichtweite ist. Der Grund? An dieser Stelle fliegen die Flugzeuge so tief, dass die Durchfahrt von Autos oder gar Lastwagen Gefahren bergen würden.

Dem soll nun mit der Untertunnelung der N 419 ein Ende finden. Die Bauarbeiten zu diesem Tunnel haben am Montagmorgen begonnen. Diese Arbeiten kosten rund 40 Millionen €, die das belgische Bundesland Flandern übernimmt. Doch in den Augen vieler Zeitgenossen ist dies zu teuer, zumal der Antwerpener Regionalflughafen seit Jahren Verluste einfliegt, was den Steuerzahler jährlich etwa 2,3 Millionen € kostet. Die Fluggastzahlen von Deurne befinden sich seit einiger Zeit zudem weiter „im freien Fall“.

Flanderns Landesministerin für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Mobilität Hilde Crevits (CD&V) ist der Ansicht, dass die Kosten zu rechtfertigen sind. Am Montagmorgen erklärte sie gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Eine Studie zeigte vor kurzem noch den hohen Mehrwert des Flughafens für Flandern auf. Daneben arbeiten direkt und indirekt etwa 1.350 Menschen an diesem Standort. Das ist nicht nichts.“ Die flämische Christdemokratin nannte es „unverständlich“ Aktivitäten zu beenden, nur weil gerade eine wirtschaftliche Flaute durchlebt werden müsse.

PPP-Projekt wird Landesangelegenheit

Erste Pläne zu einem Tunnel unter der Start- und Landebahn in Deurne zu bauen, wurden bereits in den 1970er Jahren vorgestellt, doch seitdem behinderten Bürgerinitiativen gegen den Flughafen und gegen den Straßentunnel das Vorhaben.

Vor rund 10 Jahren beschloss die flämische Landesregierung, den Antwerpener Regionalflughafen in Deurne auszubauen. Seitdem wuchsen die Wiederstände. Das eigentlich als Private-Public-Partnership-Projekt (PPP) geplante Vorhaben wird jetzt vom belgischen Bundesland Flandern alleine gestemmt.