Transitflüchtlinge: Illegal über Ostende nach England

In den vergangenen anderthalb Jahren sind die Zahlen von illegalen Einwanderern, die versuchen über den Hafen von Ostende nach Großbritannien zu gelangen, stabil geblieben. In diesem Zeitraum konnten durch gezielte Aktionen etwa 1.700 Flüchtlinge noch auf belgischem Boden gestellt werden.

Für viele illegal in die Europäische Union eingewanderte Flüchtlinge sind die britischen Inseln das gelobte Land, da dort keine Ausweispflicht gilt. An dieser Tradition halten die Briten hartgesotten fest, auch wenn die die Schengen-Zone damit belasten.

Belgien versucht seit anderthalb Jahren etwa im Rahmen der so genannten „Operation Zephyr“ gemeinsam mit dem britischen Zoll (Foto oben) den Zustrom illegaler Einwanderer, die sich auf der Suche nach einem Transport nach England in Ostende verstecken, einzudämmen.

Dies gelingt offenbar, denn die Zahlen von erwischten Betroffenen, zumeist Kriegs- und Armutsflüchtlinge, die nichts mehr zu verlieren haben, stagnieren und gehen seit den dramatischen Zeiten im Herbst 2011 nicht mehr nach oben.

Ostende kämpft seit mehreren Jahren gegen den Aufenthalt von illegalen Flüchtlingen, denn dadurch erhöht sich leider auch die Kleinkriminalität in Stadt und Umland. Von Einbrüchen bis hin zu Lebensmittel-Diebstählen ist offenbar alles dabei.

Polizei und Ausländerbehörden versuchen über die „Operation Zephyr“, die Flüchtlinge zu entmutigen, den Weg über Ostende zu nehmen. Da zudem seit einigen Wochen die letzte Fährverbindung von Ostende eingestellt wurde. Die zuständige Reederei Trans Europe Ferries ist nämlich in Konkurs gegangen. Allerdings steht jetzt zu befürchten, dass die Flüchtlinge nach Zeebrügge ausweichen, um dort mit Frachtfähren auf die britischen Inseln „zu reisen“.

In und um Zeebrügge sind nach Kenntnisstand der Behörden viele Menschenschmuggler aktiv, die solche Flüchtlinge gegen hunderte Euro - man spricht von einer Verhandlungsbasis von 1.300 € pro Person - auf die britischen Inseln bringen.