Diamanten: Justiz schließt Deal mit Steuerbetrügern

Das Diamanten-Unternehmen Omega Diamonds zahlt eine Summe von 160 Millionen € an den belgischen Staat und geht dafür im straffrei in einer der größten Steueraffären des Landes aus. Von der Summe fließen 150 Millionen € an den belgischen Fiskus und 10 Millionen € an die Staatsanwaltschaft von Antwerpen.

Die Staatsanwaltschaft Antwerpen und die belgische Steuerfahndung haben mit dem Diamanten-Unternehmen Omega Diamonds einen Millionendeal ausgehandelt, mit dem ein Schlussstrich unter einen der größten Fälle von Steuerbetrug in Belgien ziehen zu können. Dies ist der nominell höchste Deal, den Fiskus und Justiz je in Belgien mit Steuerbetrügern geschlossen haben.

Die flämischen Tageszeitungen De Tijd, Het Nieuwsblad und De Standaard melden in ihren Dienstagsausgaben, dass Omega Diamonds 160 Mio. € an den Staat zahlt und dafür im Gegenzug straffrei aus der Sache herauskommt. Von der Summe fließen 150 Mio. € an die Steuerbehörden und weitere 10 Mio. € werden an die Staatsanwaltschaft in Antwerpen überwiesen.

Das US-Unternehmen Omega Diamonds mit Sitz in Antwerpen hatte jahrelang riesige Gewinne aus dem Geschäft mit Diamanten aus Angola und dem Kongo an der Steuer vorbei erzielen können. Dabei ging es um Umsätze in Höhe von bis zu 2 Milliarden €, die Omega Diamonds auf Konten in diversen Steuerparadiesen einzahlte.

Ausgeschlossen von dem Deal mit Steuer und Staatsanwaltschaft blieben Diamanten im Wert von etwa 47 Mio. €, die der belgische Zoll beschlagnahmt hatte. Die Zollbehörden wollen selbst entscheiden, ob es zu Verhandlungen mit Omega Diamonds kommen wird oder ob wegen unerlaubter Einfuhr von Diamanten und wegen der Verletzung der hiesigen Zollgesetzgebung ein Gerichtsverfahren angestrengt werden soll.

Ein Informant meldete den Betrug

Nach Angaben des flämischen Wirtschaftsblattes De Tijd hatte ein Informant den Steuerbehörden schon im Jahr 2006 die Betrugsvorgänge bei Omega Diamonds gemeldet. Der Betroffene war kurz zuvor bei dem Unternehmen entlassen worden und rächte sich dadurch, dass er dessen Machenschaften an die „Große Glocke“ hing.

Der Mann meldete die Vorgänge des seit 1994 in Antwerpen aktiven US-Unternehmens zuerst der amerikanischen Botschaft in Brüssel und danach Ermittlern von FBI und CIA. Im Zuge eines Rechtshilfeersuchens wurden auch die belgischen Behörden darüber in Kenntnis gesetzt.

Omega Diamonds ist seit 1994 in Belgien aktiv und unterhält seine Belgien-Filiale in der Antwerpener Pelikaanstraat zwischen Zentralbahnhof und Diamantenviertel. Die Manager des Unternehmens wurden durch den Schwarzhandel mit Diamanten aus Angola und aus dem Kongo schwerreich und einer von ihnen kaufte sich eines der weltweit teuersten Appartements in Monaco.