Viktors lebensrettende Medizin wird finanziert

Der an einer seltenen Immunkrankheit leidende Viktor und seine Eltern können aufatmen. Belgiens Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx (PS) konnte sich mit dem Pharmaunternehmen Alexion über die Finanzierung und die Rückerstattung der extremteuren Medikamente für das Kind einigen. Dem waren allerdings heftige Diskussionen vorausgegangen.

Der Fall des 7 Jahre alten Viktor war an die Öffentlichkeit gelangt, als bekannt wurde, dass die Krankenkassen in absehbarer Zukunft die Rückerstattung des für die Familie sehr teuren Medikaments Soliris von Produzent Alexion beenden würden. Viktor und einige weitere Patienten, die an PNH oder an aHUS leiden, brauchen alle zwei Wochen eine Dosis Soliris, die jeweils 9.000 € kostet. Eine Zeit lang hatte die Brüsseler Klinik, die Viktor behandelt, auf die Versendung der entsprechenden Rechnung an die Familie des Jungen verzichtet.

Bundesgesundheitsministerin Laurette Onkelinx (PS - Foto) stand unter hohem Druck aus der Öffentlichkeit. Was aber niemand wusste, auch die betroffene Familie nicht, war, dass Alexion eine Zwischenperson beauftragt hatte, den „Fall Victor“ in die Medien zu bringen.

Der US-Pharmahersteller versprach sich davon offenbar auf der einen Seite Werbung für seine Produkte gegen seltene Immunkrankheiten und auf der anderen Seite die Möglichkeit, diese kostenintensive Medikamente durch die Krankenkassen finanzieren zu lassen. Doch dieser Schuss ging nach hinten los, denn schnell stand Alexion als geldgieriges Unternehmen da, das sich auf Kosten unheilbar Kranker bereichert.

Was aber inzwischen in den Verhandlungen zwischen dem Kabinett der Gesundheitsministerin und Alexion vereinbart wurde, bleibt unter Ausschluss der Öffentlichkeit – „Handelsgeheimnis“ wird das hier genannt.

Deutlich wurde nur, dass die staatliche Krankenversicherung Riziv ab 1. Juni 2013 die Kosten für Soliris erstattet und dass der Pharmahersteller bis dahin das Medikament kostenlos zur Verfügung stellt. Nach allem Ungemach können Viktor und seine Eltern sowie die wenigen anderen betroffenen Patienten in Belgien aufatmen. Ihr Problem scheint bis auf weiteres gelöst zu sein; das der klammen Kassen im hiesigen Gesundheitssystem aber noch lange nicht.