Wetteren: Lokführer fuhr zu schnell und durch Rot

Der niederländische Lokführer des Unfallzuges von Wetteren hat zugegeben, dass er über ein rotes Signal gefahren war und dass er am Ort des Geschehens zu schnell fuhr. Inzwischen musste ein Teil der heimgekehrten Bewohner von Wetteren wieder evakuiert werden, weil sich weiter giftige Dämpfe in veralteten Abwassersystemen befinden.

Wie inzwischen von verschiedenen Seiten bei der Bahn bestätigt wurde, hat der niederländische Lokführer der DB Schenker-Nederland-Maschine (die halb hinter der E-Lok versteckte rote Diesellok auf dem Foto) des Unglückszuges von Wetteren ein Bremssignal ignoriert und dementsprechend sein Tempo kurz vor einer Weiche nicht angepasst.

Durch den Sekunden vor dem Unfall ausgelösten harten Nothalt und das Hin- und Herschwappen der Flüssigkeit in den Tankwagen waren einige davon aus den Gleisen gesprungen und hatten Feuer gefangen. Die dramatischen Folgen – ein Toter, fast 50 Verletzte, hunderte evakuierte Bewohner im Stadtzentrum von Wetteren und eine bisher noch unüberschaubare Umweltkatastrophe durch Chemie und kontaminiertes Löschwasser – sind bekannt.

Wie hoch der Sachschaden und der Versicherungswert sein werden, muss noch berechnet werden. Sicher ist bisher lediglich, dass der Verursacher hierfür gerade stehen muss. Ob das der Lokomotivführer ist oder der Betreiber des Zuges, der aus Rotterdam kam und zum Hafen in Gent fuhr, - DB Schenker Nederland - bleibt abzuwarten.

Am Dienstagmorgen begannen die Verantwortlichen des bahneigenen Infrastruktur-Betreibers Infrabel mit dem Abtrabsport der Wracks der verunglückten Waggons (Foto). Danach müssen Gleise und Oberleitungen erneuert werden. Wahrscheinlich muss aber vorher noch der Boden an der Unfallstelle saniert werden. Diese Arbeiten werden mindestens eine Woche andauern.

Wieder Anwohner evakuiert

Inzwischen mussten wieder dutzende Anwohner, die im Laufe des Montags in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren konnten, wieder evakuiert werden.

Bei Messungen wurde festgestellt, dass sich in einigen alten und nicht mehr ordnungsgemäß verzeichneten Abwasserkanälen noch immer mit chemischen Gasen durchsetztes Löschwasser befindet, das Wohnungen und Häuser erreicht.

Die Betroffenen, die jetzt eine Nacht zuhause verbringen konnten, werden in einer Schule in Wetteren untergebracht, bis ihre Wohnungen wieder für sicher befunden werden.