Wetteren: Premier Di Rupo weist Kritik zurück

Belgiens Premierminister Elio Di Rupo (PS) hat die Kritik am Krisenmanagement der Provinz Ostflandern und dessen Gouverneur Jan Briers nach dem schweren Zugunglück von Wetteren zurückgewiesen. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen am Mittwoch vor Ort beim Krisenzentrum in Wetteren sagte Di Rupo, dass die Behörden gute Arbeit geleistet hätten.

Er verstehe zwar die Ungeduld der betroffenen Anwohner, die in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren wollen, doch deren Gesundheit habe Vorrang. Innenministerin Joëlle Milquet (CDH), die den Premierminister und Belgiens Verkehrsstaatssekretär Melchior Wathelet (CDH - Foto oben) beim Besuch im Krisenzentrum in Wetteren begleitete, versicherte, dass alle Rettungsdienste und Koordinationsstellen im Zuge des Dramas optimal zusammengearbeitet hätten.

Sie lehnte auch die Forderung von Kritikern ab, die Koordination der Rettungs- und Folgemaßnahmen müssten an einen föderalen Krisenstab abgegeben werden und lobte die Herangehensweise von Provinzgouverneur Briers.

Nach Angaben des Krisenzentrums sind seit dem Ausbruch der Katastrophe in der Nacht zum Samstag rund 200 Personen zu Untersuchungen in Krankenhäuser gebracht worden. Von den fünf am Mittwoch immer noch in Krankenhäusern befindlichen Opfern befinde sich keiner mehr in Lebensgefahr.

Langes Warten für einige Betroffene

Die Bewohner der 17 Häuser, die sich in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes befinden könnten frühestens am 18. Mai nach Hause zurückkehren, hieß es weiter. Vorher sei es nicht möglich, die Wracks der ausgebrannte Chemietankwagen und der übrigen durch kontaminiertes Löschwasser verunreinigten Waggons zu bergen und abzutransportieren.

Zudem müssen am unmittelbaren Unfallort noch Bodenproben genommen und analysiert werden. Möglicherweise steht eine umfangreiche Bodensanierung an, was die Rückkehr der betroffenen Anwohner noch mehr verzögern würde.