Finanzminister will Sparbüchern den Reiz nehmen

Weniger steuerliche Vorteile auf Sparbücher: Mit diesem Gedanken schlägt sich Finanzminister Koen Geens herum: Statt zu sparen, sollen die Belgier ihr Geld ausgeben und in die Wirtschaft investieren. Das sagt Geens in der Samstagsausgabe von De Standaard.

Gegenwärtig sind Zinserträge bis 1800 Euro in Belgien steuerfrei. Das will Geens ändern, insbesondere angesichts der 240 Milliarden Sparguthaben - ein historischer Rekord.

Allerdings wirft dieser Rekordbetrag kaum Erträge ab, da die Sparzinsen extrem niedrig sind. Auch die belgische Wirtschaft profitiert nicht von den Mitteln, die auf dem Sparkonto ruhen. Die Banken können das Geld aufgrund der niedrigen Zinsen nicht an Unternehmen leihen, da es jederzeit abgehoben werden kann.

Finanzminister Geens hat die Nationale Bank um ein Gutachten zu seinem Plan gebeten. Konkret soll Geens eine Besteuerung von 15 % vorschweben.

Zentrale Datenbank für Bankkonten

Im Herbst soll die zentrale Datenbank mit allen belgischen Kontonummern funktionstüchtig sein. Ein entsprechender Gesetzesentwurf ist in der Kammerkommission für Finanzen verabschiedet worden.

Diese Datenbank soll von der Nationalen Bank verwaltet werden und den Steuerbehörden Zugang bewilligen. Schnelle Überprüfungen bei vermutlichem Steuerbetrug sind dank der Datenbank in Zukunft möglich.

Koen Geens will in erster Linie verhindern, dass die Belgier die Quellensteuer auf Sparguthaben umgehen. Sie legen ihr Geld bei verschiedenen Banken an. Eine zentralisierte Datenbank aller belgischen Konten würde dieses Vorgehen im Keim ersticken.