"Jetzt ist die Zeit, zu kaufen und zu verkaufen"

"Eine Immobilie kaufen oder verkaufen?", auf diese Frage antwortet die Zeitung La Dernière Heure am heutigen Donnerstag. Das Ergebnis ist laut Zeitung eindeutig: Jetzt sei der Moment, zu kaufen, denn die Zinsen seien niedrig. Paradoxerweise sei es aber auch ratsam zu verkaufen, denn die Preise seien auf einem Höhepunkt angelangt.

10 Fragen werden zu diesem Thema gestellt, 10 Antworten gegeben. 

Die französischsprachige Zeitung unterstreicht, dass jetzt die beste Zeit sei, ein Haus zu verkaufen oder zu kaufen. Paradoxerweise seien einerseits die Preise derzeit an einem Höhepunkt angelangt, andererseits die Zinsen niedriger denn je.

"Wir befinden uns in einer Situation, in der, wenn die Zinsen  wieder steigen (was unausweichlich passieren wird, denn die Zinsen sind auf einem Tiefpunkt), die Preise fallen. Für diejenigen, die also darauf warten, dass die Preise weiter steigen, ist das ein Risiko", so die Zeitung.

Gleichzeitig, sei der Moment optimal, um in ein Eigenheim zu investieren, weil die Zinsen historisch niedrig seien. Die Preise würden wohl kaum weiter steigen, weil es jetzt schon schwierig sei, unter den heutigen Konditionen einen Kredit zu bekommen. Stiegen die Preise weiter, könnte sich die Mehrheit der Kandidaten den Kauf eines Häuschens nicht mehr leisten. Men rechne hingegen mit einer sehr leichten Preissenkung, die jedoch nur eintreten würde, wenn die Zinsen wieder stiegen.

Kann man den Preis verhandeln?

Ja man kann, sagt La Dernière Heure. Da enorm viele Immobilien auf dem Markt seien, vor allem Häuser in der Preisklasse zwischen 150.000 und 250.000 Euro, sei ein gewisser Verhandlungsspielraum gegeben. Die Zeitung nennt eine Marge von 8 - 10 Prozent. Das heißt also, dass die Häuser bis zu 10 Prozent billiger verkauft werden, als der Preis, der in der Verkaufsannonce angegeben ist.

In Belgien könne man übrigens kaum von einer Immobilienblase sprechen, die wie in anderen europäischen Ländern bald platze.

Die Zeitung erwartet einen leichten Preisrückgang, aber sobald sich die Wirtschaftssituation wieder erholt habe, würden sich die Preise erneut weiterentwickeln, obwohl sie natürlich nicht mehr so stark anstiegen,  wie sie dies vor der Krise taten.

Weiter betont die Zeitung noch, dass sich eine Investition "in den Ziegelstein" in Belgien noch immer gelohnt habe und wohl auch weiterhin lohne, wenn man nur einmal die wenigen Zinsen betrachte, die derzeit auf unser Gespartes gezahlt werden.

Eine neue Form der Investoren sei im Kommen, so die Zeitung. Privatpersonen kauften Einheiten mit vier oder fünf Appartements, die sie dann vermieteten. Selbst wenn das kurzfristig kein Vermögen einbringe, sei das doch rentabel und langfristig würde der Wert einer Immobilie immer noch steigen, selbst wenn man nicht mehr mit einem Wertzuwachs von 4-5 Prozent pro Jahr rechnen könne.

Was die Zeitung nicht erwähnt, ist, dass so eine Immobilie auch unterhalten werden will, sprich ab und an renoviert werden muss. Bei einem allzu hohen Kredit sollte die Investition also genauestens vorher durchgerechnet werden.