Roma zelten auf Mittelstreifen am Brüsseler Kleinen Ring

Rund zwanzig Roma, darunter etwa die Hälfte Kinder im Alter zwischen 11 Monaten und 9 Jahren, zelten schon seit etwa fünf Wochen an den Anderlechter Toren auf dem Mittelstreifen des Kleinen Rings in Brüssel. Das schreibt die Webseite brusselnieuws.be.

"In der Slowakei sind wir Opfer von Rassismus." Eine vorherige Vermittlung durch das Sozialamt hat nichts gebracht.

Drei Zelte, jede Menge Taschen und Tüten und ein Tisch, der als Lattenzaun dient, ist so ziemlich alles, was die rund zwanzig Roma aus der Slowakei mitgenommen haben. Ihr kläglicher Besitz ist unter dem Vordach des ehemaligen Zollhäuschens an den Anderlechter Toren untergestellt. Dort befindet sich heute der Zugang zum Museum der Kanalisation. Die Gruppe kampiert damit auf dem Mittelstreifen des Kleinen Rings mit rund herum dichtem Verkehr.

Letzten November habe die Gurppe die Slowakei verlassen und sei zunächst in einer Winterunterkunft der Brüsseler Sozialfürsorge gelandet. Die sei aber seit dem 15. April zu und seither habe man sich eben an den Anderlechter Stadttoren niedergelassen, erzählt ein Roma gegenüber brusselnieuws.

Als politische Flüchtlinge werden sie nicht anerkannt, weil sie Europäer sind. In der Slowakei seien sie jedoch die Opfer von Rassismus. Die Polizei habe ihre Hütte in Kosice in der Slowakei abgerissen. Die Menschen hier würden ihnen Essen geben und die Polizei ab und zu ihre Papiere kontrollieren, sie aber sonst in Ruhe lassen. 

Sie wollen solange bleiben, bis sie woanders eine Unterkunft bekommen. Geld, um eine Wohnung zu mieten, hätten sie jedenfalls nicht.