Befürchtung: Belgocontrol kurz vor dem Aus?

Alle Flughäfen, die die Dienste von Belgocontrol, dem belgischen Flugsicherungsanbieter, in Anspruch nehmen, werden mehr bezahlen müssen und der Anbieter wird seine Arbeitsweise optimieren müssen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Das sagte der Staatssekretär für Verkehr, Melchior Wathelet, am Freitag im französischsprachigen Rundfunk Bel-RTL.

Anfang dieser Woche hatten sich die Maganger von Belgocontrol in einem Brief an die Regierung gewandt. Das autonom arbeitende Staatsunternehmen beschloss 2012 mit einem Defizit von 13 Millionen Euro und fürchtet ab 2014 um seine Finanzierung.

Streit über die Finanzierung von Belgocontrol gibt es auch auf der Ebene der Gemeinschaften und Regionen. Hierbei spielt auch die Konkurrenz unter den Flughäfen eine Rolle. Im Norden des Landes sind viele der Meinung, dass die wallonischen Flughäfen von Lüttich und Charleroi einen zu kleinen Beitrag im Vergleich zu Zaventem bezahlten. Wathelet zufolge treffe dies jedoch nur teilweise zu. Er verweist darauf, dass die flämischen Flughäfen zur Zeit noch weniger bezahlten als die wallonischen.

"Alle Flughäfen werden für die Dienste von Belgocontrol mehr bezahlen müssen", kündigte der Staatssekretär an.

Daneben müsse auch das System der Freistellung von Flügen reformiert werden. Belgocontrol müsse außerdem die eigene Verwaltung verbessern. Nur mit allen Maßnahmen gemeinsam, könne der Flugsicherungsanbieter seine Finanzen wieder in Ordnung bringen.

Die finanziellen Probleme von Belgocontrol sind nicht neu. Sie stehen unter anderem in Zusammenhang mit den europäischen Vorschriften, die verlangen, dass die Luftraumkontrolle für offizielle Flüge kostenlos erfolgen müsse und viele Flüge verlaufen entlang des Flugraums über Brüssel.