ESBL-Keime auch in immer mehr Fleisch in Belgien

Immer mehr Fleisch - auch in Belgien - ist mit antibiotikaresistenten ESBL-Keimen belastet. Das sind Darmkeime, die schwere Infektionen auslösen können. Die ESBL-Keime würden zur Bedrohung für die Volksgesundheit, betont Herman Goossens, Professor für Mikrobiologie an der Universität Antwerpen und internationaler Experte auf dem Gebiet von Antibiotika. Die Regierung unternehme zu wenig im Kampf gegen diese Keime, so der Professor.

Jüngste Studien der niederländischen Verbraucherorganisation zeigen, dass die ESBL-Keime in mehr Fleischsorten vorkommen, als bislang angenommen wurde. Laut Professor Goossens gebe es vergleichbare Zahlen für Belgien. 

Ein Großteil des Kalb-, Rind- und Hühnerfleisches in unseren Supermärkten ist laut der Studie offenbar mit dem gefährlichen Keim belastet und dabei ist ESBL gegen die wichtigsten Antibiotika resistent. Das heißt: Die Antibiotika wirken bei Infektionen nicht mehr.

Resistente Bakterien entstehen durch übermäßige Verabreichung von Antibiotika beim Menschen, aber auch bei Tieren. ESBL-bildende Bakterien gehörten zu den größten Bedrohungen der Volksgesundheit. Sie seien eine stark unterschätzte Gefahr, so Goossens.

Die Niederlande hat bereits weitgreifende Maßnahmen unternommen, um die ESBL-bildenden Keime zurückzudrängen. Auch Europa sucht nach strengeren Vorschriften für die Verabreichung von Antibiotika bei Tieren.

In Belgien müsse die Landwirtschaft jedoch noch große Anstrengungen auf diesem Gebiet unternehmen, so Goossens. Selbstregulierung, wie dies der Sektor will, reiche bei weitem nicht aus. Goossens denkt zum Beispiel an ein Verbot bestimmter Antibiotika bei Tieren.