Polizei erschießt Handtaschendieb in Brüssel

Die Polizei in Brüssel hat am Samstagnachmittag einen Mann in den Marollen erschossen. Der Mann hatte eine Touristin mit einem Messer bedroht und sie an der Hand verletzt. Der Zwischenfall ereignete sich an der Kapellekerk. Der Mann hatte versucht, einer Frau die Handtasche und das iPhone zu stehlen, aber die Frau hatte sich gewehrt.

Der Dieb verletzte die Frau daraufhin mit seinem Messer an der Hand.

Eine Polizeipatrouille, die zufällig in der Nähe war, beobachtete den Zwischenfall und wollte den Dieb stellen. Laut Staatsanwalt habe die Polizei den Täter aufgefordert, seine Waffe fallen zu lassen. Das tat der Mann jedoch nicht. Ein Polizist, der sich bedroht fühlte, hatte zunächst einen Warnschuss abgegeben. Als sich der Mann dem Polizisten mit seinem Messer näherte, hat der Polizist auf den Dieb geschossen.

Das Messer des Mannes sei besonders groß gewesen und habe sehr gefährlich ausgesehen, heißt es. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, starb dort jedoch an den Folgen seiner Verletzung. Er soll nicht aus der Gegend stammen. Über seine Identität ist noch nichts bekannt. Er hatte keine Papiere bei sich. Über die Identität der Touristin will die Staatsanwaltschaft auch noch nichts sagen.

Eine gerichtliche Untersuchung ist aufgenommen worden.

Erneute Forderung nach Bodycams

Die Polizeigewerkschaft plädiert inzwischen erneut für die Einführung einer Bodycam. Das ist eine kleine Kamera, die an der Kappe des Polizisten angebracht wird und die alles aufzeichnet, was sich bei einem solchen Einsatz abspielt.

Die Bodycam registriert auch Anweisungen, die der Polizist dem Täter möglicherweise noch gegeben hat. Vieles würde dadurch klarer und man könne sich langwierige und teure Untersuchungen mit Waffenexperten danach teilweise sparen, argumentiert die Gewerkschaft.