Schweinswale häufiger in der Schelde gesichtet

Seit etwa Ende Mârz werden fast täglich Schweinswale in der Schelde und in der Rupel gesichtet. Oftmals tauchen diese delfinartigen Kleinwale auch in Gruppen von bis zu 30 Exemplaren auf. Naturschützer warnen aber, denn die Zahl der Schweinswale, die bei Unfällen mit Schiffen umkommen, steigt ebenfalls sehr schnell. Muss ein Schutzprogramm aufgestellt werden?

Nach Ansicht des flämischen Naturschutzbundes Natuurpunt braucht das belgische Bundesland Flandern ein Schutzprogramm für die Schweinswale. Die delfinähnlichen Schweinswale sind die kleinste Walfischart, die in der Nordsee vorkommt. Im Zeitraum zwischen Anfang der 1950er Jahre und Ende der 1990er Jahre wurden kaum noch Schweinswale in unseren Breitengraden gesichtet, doch heute tauchen sie sogar im flämischen Teil der Schelde auf und in den Nebenflüssen der Schelde, zum Beispiel in der Rupel.

Und es sich bei Weitem nicht nur Einzelgänger, die sich dorthin verloren haben, sondern sie schwimmen oft in großen Gruppen von bis zu 30 Exemplaren flussaufwärts. Am 27. März wurde zum ersten Mal seit 1995 Schweinswale in der Schelde auf Höhe von Antwerpen entdeckt. Es mögen drei bis vier der kleinen Wale gewesen sein.

Seitdem wurden fast täglich Schweinswale in der Schelde und auch landeinwärts in der Rupel in Melle und in Rumst gesichtet, sagte Joost Reyniers von Natuurpunt dazu: „Die Tiere schienen sich auf den ersten Blick dort sehr wohl zu fühlen. Regelmäßig wurden sie gegen die Gezeitenrichtung fischend gesichtet.“

Reyniers, dessen Beobachtungen ständig mit denen der Verwaltung des mathematischen Modells der Nordsee (BMM) verglichen werden, gab an, dass der Höhepunkt bisher der 11. April war, als eine Gruppe von rund 30 Schweinswalen (auch Braunfische genannt) in der Schelde gesehen wurde.

Nicht ungefährlich

Doch die Ausflüge der Schweinswale in die Schelde und landeinwärts in Richtung Rupel sind nicht ungefährlich, denn nach Angaben von Natuurpunt haben mindestens acht der Meeressäuger dieses Unterfangen nicht überlebt. Bei drei von ihnen zeigten die Verletzungen an den geborgenen Kadavern eindeutig die Folgen eines Zusammenstoßen mit Schiffsschrauben.

Auch die Schleusen bergen Gefahren, denn einmal durchschwommen, gibt es kaum noch ein Entkommen. Vor einiger Zeit sind Schweinswale im Delwaide-Dock im Antwerpener Hafen verendet - nicht durch Unfälle mit Schiffen, sondern aus Mangel an sauberem und sauerstoffreichen Wasser.

Flandern braucht nach Ansicht von Natuurpunt ein Schutzprogramm für Schweinswale, was das aktuelle Phänomen und die in letzter Zeit verendeten Tiere nur unterstreichen. Schweinswale sind eine in der Europäischen Union unter strengem Artenschutz (Habitat-Richtlinie) stehende Tierart. Doch bei uns in Flandern kann derzeit keine Rede von echtem Schutz sein, so Natuurpunt.