Ein "Love Room" für Obdachlose in Brüssel?

Die Vereinigung „Corvia“, die sich für die Belange von Obdachlosen in der belgischen Hauptstadt Brüssel einsetzt, möchte ihren Schützlingen die Möglichkeit bieten, Sex in einer geschützten Atmosphäre zu haben. Dazu will die Vereinigung ein Haus im Brüsseler Stadtteil Schaarbeek erwerben. Doch hier weiß man von nichts.

„Cordia vzw“ ist keine unbekannte Vereinigung. Sie sorgte unlängst mit der medienträchtigen Wahl von „Mr. und Ms. Obdachlos“ in Brüssel für Aufmerksamkeit. Die Vereinigung kümmert sich um die Belange von Obdachlosen und dies in jeder Hinsicht.

Jetzt soll den Obdachlosen in der belgischen Hauptstadt ein Dach über dem Kopf geboten werden, wenn sie intim sein wollen. Eigentlich sind sie dazu gezwungen, ihre diesbezüglichen Bedürfnisse in der Öffentlichkeit zu befriedigen, sprich in Parks, leerstehenden Gebäuden oder nachts in Verstecken innerhalb der Stadt. Das soll anders werden, so „Cordia“.

Die Vereinigung plant einen solchen „Love Room“ im Brüsseler Stadtteil einzurichten und zwar in einem Haus in Schaarbeek in der Nähe des Albert Parks an der Grenze zu Evere. Bei der Kommunalverwaltung von Schaarbeek ist man durch die Medien auf den Vorgang aufmerksam geworden.

Die dortige Stadtverordnete für Städtebau, Cécile Jodogne (FDF) hat Bedenken dazu und gibt an, es sei naiv zu glauben, dass so etwas so einfach zu organisieren sei. Zudem bedauert sie, dass die Gegend, in der der „Love Room“ geplant ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwerlich zu erreichen sei.