"Keine Alternative zur Schließung von Ford Genk"

Am Donnerstag ist die gesetzlich vorgeschriebene außergewöhnliche Informations- und Konsultations-Phase bei Ford in Genk beendet worden. Damit steht jetzt auch offiziell fest, dass zur Schließung des Standorts Ende 2014 keine Alternative besteht.

Diese Informations- und Konsultations-Phase wird vom belgischen Gesetzgeber im Rahmen des so genannten „Renault-Gesetzes“ vorgeschrieben. In den 1990er Jahren hatte der französische Autobauer Renault das Montagewerk im belgischen Vilvoorde bei Brüssel ohne Vorankündigung dicht gemacht. Die betroffenen Arbeitnehmer erfuhren davon aus den Medien. Heute darf ein solcher Schritt nicht vorgenommen werden, ohne die Belegschaft eines Unternehmens vorher zu informieren.

Bei Ford in Genk hat diese Beratungsphase ganze sieben Monate gedauert. Die Beratungen zwischen den Gewerkschaften und der Direktion des Standorts war demnach sehr intensiv, doch die Prüfung aller Bereiche ergab keine Möglichkeit der Fortführung der Produktion am flämisch-limburgischen Standort.

Die Ford-Direktion gab dazu in Genk am Donnerstag bekannt, dass man jetzt im Prinzip zu den Entlassungen übergehen kann. Das bedeutet auch, dass jene Mitarbeiter des Standorts, die durch Prämien ermutigt das Werk freiwillig verlassen wollen, ab der kommenden Woche ihre Entlassungspapiere erhalten können.

Das betrifft rund 150 Personen. Jene Freiwilligen, die bereits eine neue Stellen gefunden hatten, bekamen bei Ford in Genk unbezahlten Sonderurlaub. Was die Arbeiter zufriedenstellt, stößt bei den Angestellten noch immer bitter auf. Sie sind mit dem Abschluss der „Renault-Phase“ zu diesem Zeitpunkt noch nicht einverstanden und wollen das entsprechende Abkommen immer noch nicht unterzeichnen.

Nur noch eine Schicht

Ab der kommenden Woche wird am Ford-Standort in Genk nur noch in einer Tagesschicht produziert. Dort rollen noch bis 2014 Autos vom Band. Das definitive Ende von Ford in Genk kommt Ende 2014. Davon betroffen sind rund 4.300 Arbeiter und Angestellte des Standorts selber und bis zu 5.500 Beschäftigte der angeschlossenen Zulieferbetriebe im Gewerbegebiet von Genk.