Hacker haben Mails von Premier geklaut

Hacker sind in die private Mailbox von Belgiens Premier Elio Di Rupo eingedrungen. Der oder die Täter haben die Daten auf CD-Rom kopiert und an die Zeitung De Morgen gesandt. Auf der CD-Rom befinden sich die Mails von Di Rupo aus dem Zeitraum 2004 bis 2008. Damals war Di Rupo Vorsitzender der französischsprachigen Sozialisten (PS) und knapp zwei Jahre lang auch wallonischer Ministerpräsident.

Der Zeitung zufolge sei der Inhalt der Mehrzahl der Mails privater Natur. Einige seien Bittgesuche für Unterstützung.

Di Rupo sagt, er sei erschrocken und dass das Diebstahl von persönlichen Daten sei und damit strafbar. "In unserem Land hat jeder Bürger ein Recht auf Privatsphäre und auf den Schutz seiner persönlichen Daten", heißt es in De Morgen. "Für alle Bürger, also auch bei mir, müssen diese Rechte respektiert und garantiert werden." Di Rupo habe keine Ahnung, wer dahinter stecke, heißt es weiter. "Ich werde mir das jedoch Schritt für Schritt ansehen und dann die nötigen Maßnahmen nehmen."

Ob der oder die Täter ausfindig gemacht werden können, hänge laut Luc Beirens von der Computer Crime Unit von der Professionalität ab, mit der die Person oder die Personen gearbeitet hätten, "aber in vielen Fällen kommen wir dahinter, wer der Hacker ist".

Nicht nur Di Rupo soll übrigens Ziel des Hackers gewesen sein, denn sechs weitere Mailboxes von Menschen aus seiner Umgebung sind ebenfalls betroffen. Der Zeitung zufolge handele es sich unter anderem um eine allgemeine Mailadresse der Partei PS und um die Arbeits-Email eines Bekannten von Di Rupo bei der Nationalbank.