Fyra-Hersteller droht mit juristischem Verfahren

Nach der Ankündigung der belgischen Bahn, sich aus dem belgisch-niederländischen Schnellzug-Abenteuer Fyra zurückzuziehen, weil die gelieferten Hochgeschwindigkeitszüge nicht zuverlässig sind, droht deren Hersteller mit Klagen wegen Vertragsbruch. Beim Zughersteller AnsaldoBreda wirft man der NMBS/SNCB Lügen vor.

Zwischen der belgischen Bahngesellschaf NMBS/SNCB und dem italienischen Zughersteller AnsaldoBreda droht ein langjähriger Rechtsstreit auszubrechen. Am Freitag teilte die belgische Bahn mit, man wolle den Verkehr der Fyra-Schnellzüge auf dem hiesigen Gleisnetz untersagen, da dies Züge weder zuverlässig, noch sicher seien.

Um dies zu untermauern gab die Bahn den Medien entsprechende Fotos weiter, auf denen mit Klebeband ausgebesserte Kabelverbindungen, aus den Angeln gefallene Waggontüren, abgerissene Sicherheitsgitter des Fahrzeugbodens oder abgeknickte Bauteile der Dachpartien zu sehen sind. Zudem würden die Bremssysteme der Züge den veranschlagten Geschwindigkeiten von 250 km/h nicht entsprechen. Hier führt die NMBS/SNCB ernste Sicherheitsbefürchtungen an: Kaum einer der Züge sei problemlos gefahren und es habe wiederholt extreme Pannen, Zugausfälle und Verspätungen gegeben, weil ständig Probleme an den Zügen aufgetaucht seien.

Doch AnsaldoBreda akzeptiert diese Begründungen nicht und wirft den Verantwortlichen bei der belgischen Bahn vor, sie würden Unwahrheiten in die Welt setzen. Das italienische Unternehmen, das nicht nur in Belgien und in den Niederlanden Qualitätsprobleme mit seinen Produkten hat, will jetzt gegen die NMBS/SNCB klagen, auch wegen Vertragsbruch. Technische Argumente seien nicht ausschlaggebend für den Rückzug der belgischen Bahn aus dem Fyra-Projekt und aus dem Kaufvertrag von drei Zügen (die nota bene mit sechs Jahren Verspätung ausgeliefert wurden). AnsaldoBreda steht kurz vor dem Konkurs, ist also von der Abnahme der Fyra-Züge durch Belgien und die Niederlande abhängig.