Ministerpräsident Peeters sagt US-Reise wegen Krise ab

Weil die flämischen Regierungsparteien sich nicht über die Reform des Sekundarunterrichts einigen können, hat Ministerpräsident Kris Peeters eine Handelsmission unter der Schirmherrschaft von Prinz Filip nach Kalifornien abgesagt. Die Nationalisten der N-VA wollen die allgemeine Richtung im ersten und zweiten Jahr des Sekundarschulwesens beibehalten und sie nicht für technische Fächer öffnen, wohingegen die Christdemokraten der CD&V und die Sozialdemokraten der SP.A wohl für eine breitere Ausrichtung sind.

Aktuell sind die technischen Unterrichtszweige von den allgemeineren Unterrichtszweigen im flämischen Sekundarschulwesen voneinander getrennt. Weil fast jeder Schüler die allgemeine Studienrichtung wählt, wenn er die Grundschule verlässt, fehlen Schüler im technischen Unterrichtswesen.

Die Reform soll die strikte Trennung in den zwei ersten Jahren des Sekundarschulunterrichts teilweise aufheben. Die Schüler und Schülerinnen sollen mehr Zeit bekommen, um sich zu überlegen, welche Richtungen sie in der Sekundarschule einschlagen wollen.

Die flämischen Regierungsparteien (CD&V, SP.A und N-VA) scheiterten bei dem Versuch, einen Kompromiss zu erarbeiten. Anscheinend wollen die flämischen Nationalisten nicht so weit gehen wie die CD&V und SP.A.

Wir müssen dieses Problem unbedingt lösen, sagte Peeters am Sonntag, der seine Handelsmission nach Kalifornien abgesagt hat.

Die Gespräche werden am Sonntagabend wieder aufgenommen. Trotzdem scheint die flämische Regierung unter schwerem Druck zu stehen. Analysten zufolge ist es die schwerste politische Krise seit 2009.

Insbesondere die N-VA scheint sich nicht mit dem Gedanken anfreunden zu können, dass das Allgemeine Sekundarschulwesen abgeschafft werden soll und mehr technische Fächer in den ersten 2 Jahren zugelassen werden sollen. Dadurch würden talentierte Schüler nicht ausreichend gefördert, fürchten die Nationalisten in Flandern.

Die flämischen Grünen - in der Opposition - sind bereit eine Wechselmehrheit im Parlament zu garantieren, sollten die Regierungsparteien sich nicht einig werden.