Neuer Investor für Genk oder nur Schwindel?

Die Gruppe Minerva Group Europe will nach der Schließung von Ford Genk 2014 auf dem Gelände des Werks in die Produktion von umweltfreundlichen Autos investieren. Das schreibt die Zeitung Het Belang van Limburg. Die Gruppe, die zunächst 800 Millionen Euro zur Disposition stellen will, habe sich letzte Woche mit der Direktion von Ford Europe beraten, heißt es. Quellen, die sich vor Ort mit der Wiederbelebung der Produktionsstätte nach 2014 befassen, halten den Investor unterdessen für wenig glaubwürdig.

Bislang haben vier potenzielle Investoren Interesse an dem Gelände des Ford Weks in Genk gezeigt. Der amerikanische Autobauer muss nun eine mögliche Umsetzung und Machbarkeit der verschiedenen Projekte prüfen. Er muss sich außerdem mit den verschiedenen zuständigen Stellen beraten, zu denen auch die flämische Regierung gehört.

Einer der potenziellen Investoren ist die internationale Minerva Group Europe. Sie ist auf der Suche nach einem Werksgelände, um dort ein umweltfreundliches Auto bauen zu lassen. Dieses Fahrzeug soll in den nächsten Jahren entwickelt werden und die Gruppe hat Interesse an der Übernahme der limburgischen Produktionsstätte gezeigt.

Mehreren Quellen zufolge soll Minerva Group Europe über ein Startkapital von 800 Millionen Euro verfügen. Die Herkunft des Geldes ist aber noch unklar.

Unrealistisches Projekt?

Mehrere Quellen, die sich mit der "Wiederbelebung" der Produktionsstätte in Genk nach 2014 befassen, halten unterdessen die Möglichkeit, dass ein europäischer Investor dort umweltfreundliche Autos bauen werde für unwahrscheinlich und unrealistisch.

Die Hypothese der Minerva Group wird offenbar als unglaubwürdig eingeschätzt. Das Kabinett von Ministerpräsident Kris Peeters, Ford, das Gutachter-Zentrum Flander's Drive und die Stadt Genk halten diese Möglichkeit für voreilig, ja sogar für irreführend, also einen Schwindel. Das hat eine Nachfrage der Nachrichtenagentur Belga bei den genannten Einrichtungen ergeben.

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